RWE
- Nikolas Kessler - Redakteur

RWE: Details zur Aufspaltung lassen die Aktie steigen

Der Energieriese RWE hat am Mittwoch über die Zukunft seiner Ökostrom-Sparte RWE Innogy berichtet. Auch den Zeitplan für die geplante Konzernaufspaltung hat der Versorger konkretisiert. Das kommt an der Börse gut an – die RWE-Aktie gehört am Mittwochnachmittag zu den größten Gewinnern im DAX.

Im Zuge der Ausgliederung der zukunftsträchtigen Sparten in eine neue Tochtergesellschaft will RWE das Engagement im Bereich Ökostrom deutlich ausbauen. Bei einer Pressekonferenz haben Innogy-Chef Hans Bünting und Konzernchef Peter Terium am Mittwoch das weitere Vorgehen erklärt.

Demnach will das Unternehmen beim Ausbau der Sparte auch auf Zukäufe setzen und zudem in den Markt für großflächige Solaranlagen einsteigen. Finanziert werden sollen die Investitionen durch den geplanten Börsengang der neuen Tochtergesellschaft, in der das Geschäft mit Ökostrom, Vertrieb und Netzen gebündelt werden soll. „Gut die Hälfte der Erlöse des Börsengangs ist nach gegenwärtiger Planung für den weiteren Ausbau der erneuerbaren Energien vorgesehen“, so Terium.

Energiewende verschlafen

Vom eilig beschlossenen Atomausstieg infolge der Reaktorkatastrophe von Fukushima im Jahr 2011 wurden die Energieriesen E.on und RWE auf dem falschen Fuß erwischt. Spätestens seitdem rächt sich, dass die Versorger den Ausbau der Erneuerbaren Energien auf die lange Bank geschoben haben. Sinkende Großhandelspreise für Strom haben die konventionelle Energiegewinnung vielerorts unrentabel werden lassen und die Unternehmen in die roten Zahlen gestürzt.

Aus diesem Grund hatte RWE im Dezember seine Aufspaltung nach dem Vorbild des Branchenkollegen E.on bekanntgegeben. Die Gründung der neuen Tochter ist für Anfang April geplant. Danach sei eine Übergangsphase mit einem Übergangsvorstand und den bisherigen Managementstrukturen im Konzern vorgesehen. Bis die vollständige Trennung vollzogen ist, werde es weitere 12 bis 18 Monate dauern, sagte Terium. Der Vorstand des neuen Unternehmens werde erst zum Börsengang die Arbeit aufnehmen. Dieser soll voraussichtlich Ende 2016 stattfinden.

 

Aktie meiden!

Die Pläne kommen bei den Anlegern gut an: Die RWE-Aktie kann zwischenzeitlich mehr als sechs Prozent zulegen. Doch in den nächsten Wochen und Monaten müssen den Worten nun Taten folgen – und dabei kann es durchaus noch turbulent werden. Anleger sollten daher weiterhin an der Seitenlinie bleiben.

(Mit Material von dpa-AFX)

Artikel kommentieren:

Um einen Kommentar zu schreiben, müssen Sie eingeloggt sein.
Sie besitzen noch kein Login? Dann registrieren Sie sich kostenfrei.

  • Es sind noch keine Kommentare vorhanden.

Videos zum Thema:

Der Aktionär TV

Mehr zum Thema:

| Maximilian Völkl | 0 Kommentare

RWE und E.on: Jetzt droht Ärger

Der Megadeal zwischen E.on und RWE zur Aufteilung der RWE-Tochter Innogy galt eigentlich als beschlossene Sache. Doch nun kommt Unruhe in die Neuordnung der deutschen Energiebranche. Angeblich will die australische Investmentbank Macquarie das Innogy-Geschäft in Tschechien kaufen. mehr
| Maximilian Völkl | 0 Kommentare

RWE: Ein klares Dementi

Die deutsche Energiewelt wandelt sich. Am Donnerstag hat der Chef des Versorgers Steag angekündigt, dass nach dem Innogy-Deal zwischen E.on und RWE weitere Transaktionen anstehen dürften. Auch die Steag selbst könnte dabei in den Fokus rücken. RWE dementiert nun aber Gespräche. mehr
| Maximilian Völkl | 0 Kommentare

E.on und RWE: Das war erst der Anfang

Nach der Zerschlagung von Innogy bekommt die deutsche Energiebranche ein neues Gesicht. Für E.on und RWE als treibende Kräfte des Wandels dürfte sich der Deal auszahlen. Die Wettbewerber müssen nun reagieren. Der Versorger Steag rechnet damit, dass weitere Transaktionen folgen werden. mehr