RWE
- Nikolas Kessler - Volontär

Mit Windkraft aus der Krise – RWE plant die Aufspaltung

Deutschlands zweitgrößter Energiekonzern RWE steht vor dramatischen Veränderungen. In der abgelaufenen Handelswoche hat der Vorstand seine Pläne zur Aufspaltung des Konzerns bekannt gegeben. Im Zuge dessen will RWE die Investitionen in erneuerbare Energien wieder deutlich aufstocken.

Im Gespräch mit dem Kölner Stadt Anzeiger hat RWE-Chef Peter Terium höhere Investitionen in den Ausbau erneuerbarer Energien angekündigt. Künftig soll pro Jahr wieder bis zu eine Milliarde Euro in entsprechende Projekte fließen, meldet das Blatt. Wegen der anhaltenden Krise hatte der Konzern seine Investitionen in alternative Energien zuvor deutlich zurückgefahren.

Terium betonte, der Konzern wolle bei den Investitionen auch einen Fokus auf Nordrhein-Westfalen, die Heimat des Energieriesen, legen. "Viele der Windkraftanlagen an Land, in die wir investieren, werden in NRW stehen." Zudem will RWE künftig größere Anteile an Offshore-Windparks behalten. Wegen der knappen Kassen hatte der Konzern bei Windkraftanlagen auf dem Meer meist mit Partnern zusammengearbeitet.

Die Lage der konventionellen Kraftwerke nannte der Vorstandschef derweil „dramatisch“. Bei sich abzeichnenden Strompreisen von 27 Euro pro Megawattstunde könne nirgends wirtschaftlich Strom hergestellt werden. Der Konzern hatte in diesem Bereich zuletzt Einsparungen in dreistelliger Millionenhöhe angekündigt.

Aufspaltung geplant

In der abgelaufenen Handelswoche hatte der Vorstand seine Pläne zur Aufspaltung des Konzerns bekanntgegeben. Die Geschäftsbereiche Netze, Vertrieb und erneuerbare Energien sollen in eine neue Tochtergesellschaft ausgegliedert und teilweise an die Börse gebracht werden. Beim Mutterkonzern bleiben die Gas-, Kohle- und Atom-Kraftwerke sowie der Energiegroßhandel.

Der Vorteil eines Börsengangs der Tochter sei, dass bei höherem Finanzbedarf des Mutterkonzerns weitere Anteile verkauft werden könnten, so Terium. RWE wolle aber langfristig die Mehrheit behalten. Ob solche Aktienverkäufe auch in höhere Dividenden fließen könnten, wollte Terium der Zeitung gegenüber nicht kommentieren.

Für die neue Gesellschaft erhofft sich der RWE-Vorstand ein jährliches Ergebniswachstum im einstelligen Prozentbereich. Am kommenden Freitag (11. Dezember) muss der Aufsichtsrat den Plänen noch zustimmen.

 

Ausgang ungewiss

RWE wandelt auf den Spuren von E.on. Der Branchenkollge arbeitet bereits seit rund einem Jahr an der Aufspaltung. Im Zuge dessen wurden allerdings schmerzhafte Abschreibungen fällig. Dieses Schicksal droht RWE nun auch. Hinzu kommt, dass der Erfolg der Maßnahmen völlig unklar ist.

DER AKTIONÄR bleibt daher zunächst bei seiner abwartenden Haltung und rät, die Versorger-Aktien weiterhin zu meiden.

(Mit Material von dpa-AFX)

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