RWE
- Nikolas Kessler - Redakteur

RWE: Analystenstimmen und Details zur geplanten Aufspaltung

Nach Bekanntgabe der geplanten Konzernaufspaltung ist die RWE-Aktie am Dienstag regelrecht explodiert. Das Feedback der Analysten ist allerdings durchwachsen. Am Mittwochvormittag gehört der Versorger-Titel deshalb wieder zu den schwächsten Werten im DAX.

Das Analysehaus S&P Capital hat die Kaufempfehlung für die RWE-Aktie mit einem Kursziel von 15 Euro bestätigt. Die Aufspaltung nach dem Vorbild von E.on dürfte nach Einschätzung von Analyst Jia Man Neoh positive Impulse für die Unternehmensbewertung liefern. Der Wert des Geschäfts mit Netz, Vertrieb und Erneuerbaren Energien würde sich durch die Abspaltung besser herauskristallisieren.

Die Commerzbank hat den Vesorger-Titel nach dem jüngsten Kursfeuerwerk dagegen von „Hold“ auf „Reduce“ abgestuft, das Kursziel aber auf 11 Euro belassen. Zwar begrüße sie die neuen Pläne des Versorgers, doch auf den ersten Blick hätten ihre Gewinnschätzungen trotzdem keinen Spielraum nach oben, schrieb Analystin Tanja Markloff.

Hohe Abschreibungen?

Equinet hat das Kursziel beinahe halbiert, von 25 auf 13 Euro. Die Einschätzung für die RWE-Aktie lautet aber weiterhin „Neutral“. Dass der Versorger von der Aufspaltung profitiere, sei keineswegs ein Selbstläufer, so Analyst Michael Schäfer. Das Risiko hoher Abschreibungen bleibe. Auch der geplante Börsengang der neuen Tochtergesellschaft berge Gefahren. Das neue Kursziel entspreche nun dem Buchwert nach angenommenen Abschreibungen in der Größenordnung von 1,5 bis zwei Milliarden Euro.

Details zu den Plänen

Derweil hat das Unternehmen weitere Details zur geplanten Aufspaltung bekanntgegeben. Der Umsatz der neuen Gesellschaft soll bei 40 Milliarden Euro liegen, das EBITDA bei vier Milliarden Euro. Zwei Drittel der 60.000 RWE-Mitarbeiter sollen künftig beim Tochterunternehmen arbeiten. RWE will langfristig Mehrheitseigentümer bleiben.

"Der Konzernumbau ist unsere Antwort auf den Umbau der europäischen Energielandschaft", unterstrich Vorstandschef Peter Terium. Ziel sei es, den Konzern auf zwei zukunftsfähige Standbeine zu stellen. Zugleich wolle das Unternehmen ein zweites Tor zum Kapitalmarkt öffnen. Rund zehn Prozent der Anteile an der neuen Tochter sollen voraussichtlich Ende kommenden Jahres im Zuge einer Kapitalerhöhung platziert werden.

Kein Kauf

Die RWE-Aktie muss der Kursexplosion vom Vortag Tribut zollen und gehört am Mittwoch wieder zu den Verlierern im DAX. Die nächsten Monate werden für den Energieriesen nicht einfach, der Erfolg der Maßnahmen ist ungewiss. DER AKTIONÄR bleibt vorerst bei der Empfehlung, die RWE-Aktie zu meiden.

(Mit Material von dpa-AFX)

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