SAP
- Maximilian Völkl

Rote Laterne für SAP: Vor den Zahlen unter Druck

Im starken Marktumfeld ist die SAP-Aktie am Donnerstagmorgen das klare Schlusslicht im DAX und der einzige Wert im Minus. Obwohl der Softwareriese das Jahr wohl wie üblich mit einem starken letzten Quartal abgeschlossen hat, ist die Aktie unter Druck. Eine pessimistische Studie der Schweizer Großbank UBS belastet.

Analyst Michael Briest hat SAP von „Buy“ auf „Neutral“ abgestuft, das Kursziel aber von 58,00 auf 59,50 Euro angehoben. Die Kurszielerhöhung rechtfertigte er mit der Verlagerung des Bewertungshorizonts von 2015 auf 2016. Dennoch ist seine Grundeinstellung für SAP pessimistisch. Der Grund: Briest sieht bei der Aktie nur noch begrenztes Aufwärtspotenzial.

Bald mit Zahlen?

Offiziell plant SAP, die Jahreszahlen am 20. Januar vorzulegen. In der Vergangenheit zog Europas größter Softwarehersteller seinen Zwischenbericht am Anfang eines neuen Jahres aber meist vor - am Markt rechnen Experten daher bereits um das kommende Wochenende mit Eckdaten.

Ausschlaggebend für Beobachter dürfte wie zuletzt auch das Wachstum im wegweisenden Cloud-Geschäft sein. Hier wird Software nicht mehr per einmaliger
Lizenzgebühr bezahlt, sondern im Mietmodell - zudem lagern die Daten zentral auf Rechenzentren, damit sie von überall abrufbar sind. Im vierten Quartal schätzen
Analysten die Erlöse in der Sparte im Schnitt auf rund 317 Millionen Euro, ein Plus von 50 Prozent im Jahresvergleich. Hier sind die Effekte aus der Übernahme des US-Reisekostenspezialisten Concur zum großen Teil noch nicht eingerechnet - Analyst Walter Pritchard von der US-Großbank Citigroup rechnet mit einem Beitrag von 43 Millionen Euro zum Umsatz.

Für Enttäuschung könnte dagegen der Verkauf herkömmlicher Lizenzen sorgen. Dieser schwächelt seit geraumer Zeit, da sich Kunden und Anbieter auf das Cloud-Modell konzentrieren. Er macht allerdings noch geschätzt ein Viertel des Konzernumsatzes aus - und sorgt im Anschluss für lukrative Wartungsverträge.

Ausblick erwartet

Nach der größten Übernahme der Firmengeschichte gilt der Blick von Konzernchef Bill McDermott in den kommenden Jahren dem Wachstum aus eigener Kraft - dafür sollen nun längerfristige Ziele auf den Tisch. Mit dem Anfang Dezember abgeschlossenen milliardenschweren Concur-Kauf hat McDermott laut eigenen Worten nun nahezu alle strategischen Teile für die Zukunft zusammen. Mit konkreten Aussagen zu den Zielen für die kommenden fünf Jahre rechnen Analysten allerdings erst zum 20. Januar oder später.

Schwaches Chartbild, attraktive Aktie

Die starke charttechnische Phase ist inzwischen wieder Geschichte. Seit dem 52-Wochen Tief im Oktober hatte die SAP-Aktie eine Zwischenrallye eingelegt. Zuletzt wurden die Gewinne allerdings innerhalb weniger Tage beinahe vollständig aufgezehrt. Der mittelfristige Abwärtstrend ist damit weiterhin deutlich zu erkennen.

Trotz der aktuellen Schwächephase bleibt DER AKTIONÄR langfristig positiv für SAP gestimmt. Die Aussichten für das Vorzeigeunternehmen sind entgegen aller Kritiker gut und auch die Bewertung ist noch moderat. Mit guten Zahlen und einem zuversichtlichen Ausblick könnte der Konzern die Trendwende schaffen.

(Mit Material von dpa-AFX)

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