ROCKET INTERNET
- Sebastian Schinhammer - Redakteur

Rocket-Internet-Tochter Home24 in Bedrängnis

Bei der Rocket-Internet-Tochter Home24, die online Möbel vertreibt, rappelt es im Karton: In den vergangenen Wochen gab es einige Personalveränderungen. 35 Mitarbeiter aus dem Einkauf mussten samt ihrer Leiterin Monika Simon gehen. Zudem sind die beiden Vorstände Constantin Eis und Alex Hefner von Bord gegangen. Hängt der Haussegen schief?

E-Commerce-Berater Pierre Haarfeld spricht in seiner Analyse beim Magazin Gründerszene von einer Neuausrichtung, die notwendig geworden war. Problem der Branche seien die langen Kaufzyklen bei hohen Akquisekosten für jeden Kunden. Außerdem: Das Möbelsegment verfüge nur im Premiumsegment über starke Marken, weswegen Anbieter aus dem Designbereich die Nachfrage bedienen konnte.

Gewachsener Druck

Weiterer Grund sei der gestiegene Wettbewerbsdruck, denn es seien weitere Player auf dem deutschen Markt aktiv, wie zum Beispiel der französische Möbelhändler Maisons du Monde oder der amerikanische Anbieter Overstock. Dieser Konkurrenzkampf treibe die Kosten für Werbung und Suchmaschinenoptimierung weiter in die Höhe. Auch die bisherigen vorwiegend stationären Player, wie Höffner oder XXL Lutz, sind aus dem digitalen Schlaf längst erwacht und setzen online große Beträge um. Ergo gehe die Profitabilitätsrechnung von Home24 nicht auf, so Haarfeld.

 

Die ersten drei Quartale schloss Home24 mit rund 60,5 Millionen Euro Verlust ab – ein Ausrufezeichen. Deswegen setze die Rocket-Internet-Tochter nun verstärkt auf Eigenmarken, da sie eine höhere Profitabilität versprechen. Dazu hätte das Unternehmen schon zwei Spezialisten angeheuert um den Turnaround zu schaffen. Haarfeld sieht Home24 auf dem richtigen Weg - trotz aller Widrigkeiten.

Kein Kauf der Rocket-Internet-Aktie

Nach wie vor ist die Durststrecke bei der Rocket-Internet-Aktie nicht überstanden. Allein heute hat sie sieben Prozent verloren. Zwar sollte man das Papier auf der Watchlist behalten, doch braucht es noch einiger positiver Signale, um einen Kauf zu rechtfertigen.

 

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