Rocket Internet
- DER AKTIONÄR

Rocket-Internet-Aktie wird durchgereicht – warum geht es nach unten?

Die Zeichen standen auf Trendwende. Die Rocket-Internet-Aktie startete Ende September nach siebenmonatiger Talfahrt eine Gegenbewegung. Der Titel konnte binnen 14 Tagen fast 50 Prozent zulegen. Der langfristige Abwärtstrend bewies sich allerdings als zu große Hürde. Der Ausbruch darüber gelang nicht. Seitdem geht es für die Rocket-Aktie wieder deutlich nach unten.

Leerverkäufer

Grund für den starken Kursrücksetzer sind vor allem die zahlreichen Shortseller, die bei der Rocket-Internet-Aktie am Werk sind, und somit den Kurs nach unten drücken. Die Leerverkäufer kommen vor allem aus den USA. Dort ist Rocket eher unpopulär, da es Unternehmen aus dem Silicon Valley mehr oder weniger kopiert.

HelloFresh-Fantasie

Ein Grund, warum die Aktie bald wieder deutlich zulegen könnte, ist der Börsengang von Rockets größter Beteiligung HelloFresh. Das Unternehmen beliefert seine Abonnenten mit frischen, regionalen und bereits portionierten Zutaten, mit denen sie ohne Planung, Einkauf und im Wesentlichen ohne Verschwendung von Lebensmitteln ihre Mahlzeiten selbst zubereiten können. Aktuell wird HelloFresh in einer neuen Finanzierungsrunde mit 2,6 Milliarden Euro bewertet (letzte Finanzierungsrunde: 0,6 Milliarden Euro). Sollte der IPO tatsächlich bei diesem hohem Niveau durchgehen, wäre das ein großer Erfolg für Rocket Internet. Mit dem frisch eingesammelten Kapital könnten dann neue Beteiligungen eingegangen werden.

 

Dabeibleiben!

Der Kursverlauf zeigt: Die Anleger bleiben bei der Rocket-Internet-Aktie vorsichtig. Rocket hatte zuletzt den Wert aller Beteiligungen auf 44 Euro je Aktie beziffert. Allerdings basieren die Wertansätze auf hohen Erwartungen. Dennoch bleibt es eine spannende Wette auf Exits oder IPOs von Beteiligungen. Anleger bleiben dabei. DER AKTIONÄR hält den Wert im Aktien-Musterdepot.

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  • Margin Call -
    Die große Frage ist, ob Rocket bei der Bewertung eigener Beteiligungen zu trauen ist. Immerhin fällt der "aggressivste Typ im Internet" immer mal wieder durch forsche Annahmen auf. So hat er sinngemäß in einem Interview argumentiert: Wenn in Indien in ländlichen Gegenden keine Infrastruktur vorhanden ist, dann bauen wir sie eben selbst. Das schürt Zweifel, ob man bei der Bewertung zukünftiger Geschäftsaussichten die notwendige Umsicht walten lässt. Insofern: Wie ist denn der Buchwert? Die Argumentation, dass man operativ Gewinne erwirtschaften würde, wenn man nicht so stark wachsen würde, ist nicht unproblematisch: Welcher Anteil am Wachstum ist gekauft? Was passiert mit dem Marktanteil, wenn Marketing zurückgefahren wird? Und vor allem: Welche Margen warten denn auf die E-Commerce Retailer am Ende? Wir reden ja hier nicht von Facebook oder Google. Wenn irgendwann Investoren nicht mehr bereit sind, zu immer weiter wachsenden Bewertungen Mittel nachzuschießen, bleiben nur die Kapitalmärkte.

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