RIB Software
- Markus Horntrich - Chefredakteur

RIB Software: Aktie minus 20 Prozent – wo ist das Geld der Aktionäre hin?

Die im TecDAX notierte Softwarefirma RIB Software fällt nach der Meldung der Komplettübernahme des bisherigen Joint Vetures YTWO massiv. Am Vormittag markierte die Aktie ein Minus von mehr als 20 Prozent. Schlägt nun die Stunde der Schnäppchenjäger, um die Aktie des Spezialisten für Bauplanungssoftware günstig abzustauben?

Die Komplettübernahme des Gemeinschaftsunternehmens YTWO durch RIB Software entwickelt sich zu einem Schrecken für die Aktionäre. Börsianer zufolge waren angesichts des Kaufpreises bisherige Schätzungen für den Wert von YTWO viel zu hoch. Wie RIB Software mitteilte, wird das Gemeinschaftsunternehmen YTWO für umgerechnet rund(42 Millionen Euro komplett vom bisherigen US-Partner Flex übernommen. Noch im Mai hatte ein Analyst bei der Bewertung von RIB einen Wert für YTWO von fast 200 Millionen Euro angesetzt. Vor diesem Hintergrund ist der nun gezahlten Preis als Anzeichen, dass das Potenzial der Aktivitäten bislang massiv überschätzt wurde.

Mehr noch: Wie DER AKTIONÄR in Ausgabe 30/2018 warnte, gibt es schon seit geraumer Zeit gibt es Zweifel am iTWO-Joint-Venture. In Presseberichten wurde immer wieder gemutmaßt, dass RIB Software mithilfe von YTWO Presseberichten zufolge ein „Geldkarussell“ aufgebaut habe, das Umsätze und Gewinne aufgebläht hat. Im  letzten Geschäftsbericht haben die Wirtschaftsprüfer die Transaktionen mit YTWO gesondert geprüft. Das Testat dazu liest sich jedoch eher wie eine Rechtfertigung, warum es keine Beanstandung gab, als wie ein uneingeschränktes Testat. Brisant ist vor diesem Hintergrund zudem, dass RIB das Joint Venture 2016 mit 55 Millionen Euro aus dem eigentlich den Aktionären zustehenden Vermögen ausgestattet hat. Auch vor diesem Hintergrund ist der nun gezahlte Preis eher ein Eingeständnis für schlechtes Management.

Die Kursentwicklung in den zurückliegenden Monaten spricht unabhängig vom heutigen Kursverlust Bände. Vieles bei RIB wirft mehr Fragen als Antworten auf. Anleger sollten daher die Finger von der Aktie lassen, auch wenn der Wert nach dem heutigen Abverkauf günstig erscheint.

 

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| Markus Horntrich | 3 Kommentare

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