Infineon
- Michael Schröder - Redakteur

Real-Depot-Wert Infineon: Morgen gibt es Quartalszahlen!

Die Talfahrt des Euro dürfte den Chiphersteller Infineon im abgelaufenen Quartal gestützt haben. Zwar gehören die Monate von Oktober bis Dezember saisonal bedingt zu den schwächsten der Branche. Experten erwarten aber, dass der DAX-Konzern bei den Quartalszahlen am Donnerstag (29. Januar) eher das obere Ende der eigenen Prognosen treffen wird.

Die Branche rechnet ihre Geschäfte in US-Dollar ab und dessen Höhenflug zum Euro lässt die Zahlen nach der Umrechnung höher ausfallen. Der Euro war vergangenes Quartal im Schnitt knapp acht US-Cent weniger Wert als in den drei Monaten zuvor. Für das abgelaufene Quartal rechnet Warburg-Analyst Malte Schaumann mit zusätzlichen 15 bis 20 Millionen Euro Umsatz durch den Dollar-Effekt.

Im Schnitt erwarten die Experten laut der Nachrichtenagentur Bloomberg 1,1 Milliarden Euro Umsatz, das wären gut sechs Prozent Rückgang - in der Chip-Branche wird wegen schwankender Preise mit dem Vorquartal und nicht mit dem Vorjahreszeitraum verglichen. Von den Erlösen dürften laut Schaumann und seinem Kollegen Peter Knox von der Societe Generale (SG) rund zwölf Prozent operativer Gewinn bleiben. Dieses sogenannte Segmentergebnis liegt nach ihrer Schätzung etwa zwischen 130 und 135 Millionen Euro. Infineon hatte einen Margenrückgang von 16 auf 10 bis 13 Prozent erwartet. Unter dem Strich dürfte der Überschuss laut Analystenschätzungen bei rund 110 Millionen Euro liegen - nach ungewöhnlich hohen 181 Millionen im Vorquartal.

Für das laufende zweite Quartal des Ende September auslaufenden Geschäftsjahrs rechnen die Experten wieder mit einem Anziehen der Geschäfte. SG-Mann Knox rechnet mit einem Ausblick auf 13,5 Prozent Marge und einem Umsatzanstieg auf 1,2 Milliarden Euro. Warburg-Analyst Schaumann sieht die Rendite sogar näher an 14 Prozent.

Unklar ist, ob der Vorstand am Donnerstag mehr Details zu der vor zwei Wochen abgeschlossenen Rekordübernahme des US-Konzerns International Rectifier bekanntgibt. Infineons bisheriger Jahresausblick schloss den drei Milliarden Dollar teuren Neuzugang noch aus. Demnach soll der Umsatz um sechs bis zehn Prozent steigen, die Marge soll mit 14 Prozent etwas niedriger als im vergangenen Geschäftsjahr liegen. Allerdings ging Infineon da auch noch von einem Euro-Kurs von 1,30 Dollar aus. Aktuell ist die europäische Gemeinschaftswährung aber nur noch gut 1,12 Dollar wert.

Ein Umsatzwachstum von über zwölf Prozent wie im vergangenen Jahr dürfte aber aus eigener Kraft nicht zu erreichen sein. Dazu sind auch die Aussichten der Branche nicht gut genug. Infineon-Chef Reinhard Ploss hatte Ende November ein "herausforderndes Marktumfeld" für 2015 ausgemacht. Nachdem das weltweite Geschäft der Halbleiterbranche 2014 nach Zahlen des Branchenverbands WSTS um neun Prozent zugelegt hatte, dürfte der Markt dieses und nächstes Jahr nur um jeweils gut drei Prozent zulegen.

DER AKTIONÄR hat zuletzt mehrfach auf die starke Stellung von Infineon hingewiesen. Das Wachstum in den für Infineon relevanten Bereichen der Chipbranche ist ungebrochen. Die Bewertung bietet Luft für Kurssteigerungen. Die verhaltene Jahresprognose eröffnet Spielraum für positive Überraschungen. Mit dem Sprung über den Widerstand bei 9,45 Euro wurde ein massives Kurssignal generiert. Zweistellige Kurse sind zum Greifen nah. Daher spekuliert DER AKTIONÄR im Real-Depot weiter mit Hebele auf eine Fortsetzung des Aufwärtstrends. Fällt die Aktie morgen aber wider Erwarten zurück, wird die Position ungeachtet der guten Aussichten zeitnah glattgestellt.

Hinweis nach §34 WPHG zur Begründung möglicher Interessenkonflikte: Aktien oder Derivate, die in diesem Artikel besprochen / genannt werden, befinden sich im "Real-Depot" von DER AKTIONÄR.

(Mit Material von dpa-AFX)

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