König + Bauer
- Michael Schröder - Redakteur

Rallyealarm bei Real-Depot-Wert: Koenig & Bauer mit frischem Kaufsignal

Auch wenn der Sprung in die Gewinnzone noch sehr groß erscheint. Koenig & Bauer ist auf Turnaround-Kurs. Der starke Auftragseingang signalisiert eine bessere Geschäftsentwicklung für die zweite Jahreshälfte. Darauf setzen die Investoren und greifen kräftig zu. Die Kursziele der Analysten liegen zwischen 25 und 29,50 Euro. 

Der Druckmaschinenhersteller Koenig & Bauer (KBA) hat es nicht leicht. Die Branche ist wegen der eingebrochenen Nachfrage im Zeitungs- und Anzeigenbereich seit Jahren in der Krise. Doch es gibt Licht am Horizont: Der oft notgedrungene Trend zu kleineren Auflagen bei Büchern, Zeitungen und Werbemedien bringt KBA nun wieder neue Kunden. Grund: Verlage stellen vermehrt auf Digitaldruckmaschinen um. Diese Geräte kommen ohne Druckplatten aus, wodurch kleine Auflagen wirtschaftlicher hergestellt werden können. Im KBA-Segment „Digital & Web Solutions“ stiegen durch diese Neuabschlüsse die Bestellungen gegenüber 2014 von 46 auf 69 Millionen Euro. Trotzdem stand hier im ersten Halbjahr unter dem Strich noch ein negatives Segment-Ergebnis von minus 8,9 Millionen Euro (2014: minus 11,5 Millionen). Im zweiten Quartal sei der Turnaround in der Sparte aber beinahe erreicht worden, heißt es aus der Würzburger Firmenzentrale.

Insgesamt hat KBA im ersten Halbjahr mit 427 Millionen Euro zwar rund 18 Prozent weniger Umsatz gemacht als im Vorjahreszeitraum. Vorstandschef Claus Bolza-Schünemann hält dennoch an seinem Umsatz-Jahresziel von gut einer Milliarde Euro fest.

Woher nimmt der Firmenlenker seinen Optimismus? Ganz einfach: Der Auftragseingang legte in den ersten sechs Monaten gegenüber 2014 um gut ein Drittel auf 608 Millionen Euro zu. Wegen des Auftragsbooms und der laufenden Stellenreduzierung im Zuge der Konzern-Neuausrichtung geht KBA weiter von einer Umsatzrendite von bis zu zwei Prozent vor Steuern für das Jahr 2015 aus.

Das Unternehmen habe im zweiten Quartal insgesamt einen Gewinn vor Steuern von 6,9 Millionen Euro erwirtschaftet, sagte Bolza-Schünemann. Dadurch sei es gelungen, den Vorsteuerverlust in Höhe von 17,7 Millionen Euro vom Anfangsquartal auf 10,8 Millionen Euro zur Jahresmitte zu reduzieren. KBA kündigte eine "deutlichen Umsatz- und Ergebnissteigerung" in der zweiten Jahreshälfte an. In allen Geschäftsbereichen seien positive Ergebnisse in Reichweite, hieß es in einer entsprechenden Mitteilung. Eine wesentliche Herausforderung bestehe in der Abarbeitung vorhandener Bestellungen.

Bei den Analysten kommt die Turnaround-Story sehr gut an. Kepler Cheuvreux hat die Einstufung für Koenig & Bauer nach Zahlen für das zweite Quartal auf "Buy" mit einem Kursziel von 25 Euro belassen. Der Druckmaschinenhersteller habe seine Gewinnerwartungen deutlich übertroffen, so Analyst Stefan Augustin. Das SDAX-Unternehmen sei auf einem sehr guten Weg, die Kehrtwende aus eigener Kraft zu schaffen.

Die britische Investmentbank HSBC hat die Einstufung ebenfalls auf "Buy" mit einem Kursziel von 25 Euro belassen. Umsatz und Ergebnis des Druckmaschinenherstellers hätten zwar unter den Vorjahreswerten gelegen, so Analyst Richard Schramm. Der starke Auftragseingang signalisiere jedoch eine bessere Geschäftsentwicklung für die zweite Jahreshälfte.

Das Analysehaus Warburg Research hat das Kursziel sogar von 29,00 auf 29,50 Euro angehoben und die Kaufempfehlung bestätigt. Bei den operativen Kennziffern habe der Druckmaschinenhersteller wie erwartet abgeschnitten, beim Auftragseingang aber besser, so Analyst Eggert Kuls.

Die SDAX-Aktie befindet sich im Rallyemodus. Heute kratzt der Kurs bereits an der 25-Euro-Marke. DER AKTIONÄR bleibt im Real-Depot daher vorerst weiter investiert.  Eine aktuelle Chart-Besprechung gibt es hier.


Hinweis nach §34 WPHG zur Begründung möglicher Interessenkonflikte: Aktien oder Derivate, die in diesem Artikel besprochen / genannt werden, befinden sich im "Real-Depot" von DER AKTIONÄR.

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