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- Marco Bernegg

Quanten-(Computer)-Sprung bei Microsoft

Auf der „Ignite“ Konferenz präsentierte Microsoft am Montag große Fortschritte im Bereich des Quantum-Computing. Der amerikanische Tech-Dino arbeitet seit über zehn Jahren an der revolutionären Technologie und ist vom zukünftigen Erfolg überzeugt. Dies bestätigt auch eine aktuelle Studie von Morgan Stanley.

Vorteil gegenüber klassischen Computern

Quanten-Rechner haben einen extremen Geschwindigkeitsvorteil. Angeblich können sie die beste Datenverschlüsselung in Sekundenschnelle knacken. Dahinter steckt ein kompliziertes Grundprinzip. Die kleinste Einheit auf herkömmlichen Computern ist das Bit, welches entweder den Wert 0 oder 1 annimmt. Beim Quantum-Computing fällt das „entweder … oder“ raus. Hier bildet die Einheit Qubit (Quantum Bit) alle Zustände zwischen 0 und 1 gleichzeitig ab. Für das bessere Verständnis kann das Bit auch als Münze betrachtet werden. Während die Münze bisher auf dem Tisch lag und eine Seite (0 oder 1) nach oben zeigte, rotiert sie beim Quanten-Computer in der Luft.

Etliche Hürden

Bis Quanten-Computer kommerziell eingesetzt werden, sind jedoch noch etliche Hürden zu überwinden. Aktuell bestehen große Probleme beim Ablesen von Informationen. Schließlich ist auch bei einer rotierenden Münze nicht leicht festzustellen, ob gerade Kopf oder Zahl nach oben zeigt. Zur Lösung werden Quantum-Computing-Prototypen auf bis zu minus 272 Grad Celsius herunter gekühlt, um Prozesse zu verlangsamen und Ergebnisse nachverfolgen zu können. Da die Technik der Hardware-Prototypen noch nicht weit genug ausgereift ist, arbeiten Programmierer und Entwickler auf klassischen Computern, die Qubits simulieren. Die Entwicklung von Hardware und Software läuft also simultan ab.

Microsoft ist Konkurrenten einen Schritt voraus

Aus Sicht von Morgan Stanley sind Microsoft, IBM, Google und Nokia Bell Labs führend in der Forschung und Entwicklung bei Quanten-Rechnern. Microsoft arbeitet dabei an einer eigenen Programmiersprache für das Quantum-Computing und stellt den hauseigenen Simulator auch externen Entwicklern zur Verfügung, die in der Microsoft-Cloud „Azure“ damit arbeiten können. Resultate des Simulators sind wiederum nützlich für die Hardware-Entwicklung. Zudem unterstützt der Microsoft-Simulator bis zu vierzig Qubits. Quanten-Rechner von IBM arbeiten derzeit mit fünf. Google bringt es auf zwanzig und will Ende 2017 fünfzig Qubits erreichen.

Basisinvestment mit großem Zukunftspotenzial

Inwiefern Quantum-Computing unsere Zukunft verändern wird, steht noch in den Sternen. Die Technologie hat definitiv das Potenzial sämtliche Branchen komplett zu revolutionieren. Morgan Stanley prognostiziert in der Studie sogar eine Verdoppelung des Marktvolumens von High-End-Computern auf 10 Milliarden Dollar. Microsoft hat sich hier gut positioniert. Aufgrund des brummenden Cloud-Geschäfts und Dauerbrenner Windows bietet sich ein solides Investment für langfristig orientierte Anleger.

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