Nordex
- Martin Mrowka - Redakteur

Nordex: Was ist denn da los?

Die Anleger schöpfen beim gebeutelten Windkraftanlagen-Konzern Nordex offenbar neue Hoffnung. Am Freitag ist die Nordex-Aktie mit einem Kursplus von mehr als fünf Prozent bester Wert im TecDAX. Was steckt dahinter?

Fundamental gibt es eigentlich nichts Neues – nur ein „Leuchtturm-Projekt“ macht gerade auf Nordex aufmerksam. Und das beflügelt offenbar auch die Börsianer. Seit vorgestern steht im Windpark Wennerstorf II – rund 30 Kilometer südlich von Hamburg – die erste von zwei der modernsten Turbinen N149/4.0-4.5 mit bis zu 4,5 Megawatt Nennleistung. "Wir freuen uns, zum Start der ‘WindEnergy Hamburg 2018‘, dieses Projekt fertiggestellt zu haben“, sagte Nordex-Deutschland-Chef Jörg Hempel. Ende September treffen sich in der Hansestadt Experten und Aussteller aus aller Welt zur Weltleitmesse der Windkraft-Industrie. Nordex kann Kunden dann nicht weit von seiner Zentrale in Hamburg entfernt die modernste Technologie zeigen.

Größtes Windrad der Welt

Hinter den bescheidenen Äußerungen des Nordex-Managers steckt auch ein Weltrekord, der in der Pressemitteilung gar nicht erwähnt wird: Der auf dem Mast vor den Toren Hamburgs montierte Rotor hat einen Durchmesser von gigantischen 149 Metern. „Es ist der weltweit größte einer Onshore-Anlage“, sagte ein Konzernsprecher dem Hamburger Abendblatt. Die drei bei Nordex in Rostock gefertigten Flügel durchstreichen eine Fläche von 17.460 Quadratmetern – etwa so groß wie zweieinhalb Fußballfelder.

Der gewaltige Durchmesser führt dazu, dass das Windrad auch an einem Standort mit überwiegend leichtem Wind besonders effizient betrieben werden kann. Die Anlage kann individuell auch an Netzvorgaben, Topographie und Schallanforderungen angepasst werden. 

Die Hamburger Wind-Messe ist für Nordex wichtig, um neue Aufträge zu generieren – auch im nach wie vor schleppenden Deutschland-Geschäft. Im zweiten Quartal konnten die Auftragseingänge zwar überzeugen, nun bedarf es aber weiterer Aufträge, um den Turnaround des Geschäfts voranzutreiben.

Noch im Abwärtstrend

Leicht wird es für Nordex weiterhin nicht, wieder schwarze Zahlen zu schreiben. Das ungelöste Problem der Windkraft-Förderung hierzulande bleibt vorerst ein Klotz am Bein, der Druck auf die Margen dürfte ebenfalls erhalten bleiben.

Die Börsianer versuchen, den TecDAX-Wert am Freitag mal wieder aufwärts zu treiben. Verlockend nah ist die 200-Tage-Linie bei 9,31 Euro. Eine nachhaltige Überwindung würde wohl weitere Aktienkäufe auslösen. Dreimal rutschte der Nordex-Kurs in diesem Jahr nach einem Ausbruch allerdings bereits wieder zurück. DER AKTIONÄR hält Nordex weiterhin auf seiner Watchlist.

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