Nokia
- Nikolas Kessler - Volontär

Nokia: Alcatel-Übernahme sorgt für Wirbel

Bislang standen nur Spekulationen über eine Übernahme des Drahtlosgeschäfts von Alcatel-Lucent im Raum, doch offenbar will Nokia mehr: Beide Unternehmen haben am Dienstag Gespräche über eine Fusion bestätigt. Das Papier von Alcatel-Lucent ist daraufhin in die Höhe geschossen, die Nokia-Aktie hat dagegen nachgegeben.

Der finnische Netzwerkausrüster Nokia will den Konkurrenten Alcatel-Lucent offenbar komplett übernehmen. Beide Unternehmen bestätigten am Dienstag „fortgeschrittene Gespräche“ über eine vollständige Übernahme. Eine Einigung sei allerdings noch nicht erzielt, auch über den Kaufpreis wurde nicht bekannt. Bislang wurde lediglich über eine Übernahme des Mobilfunknetzwerkgeschäfts spekuliert.

Die dafür nötigen Mittel könnte Nokia durch den Verkauf der Navi-Sparte Nokia Here erlösen. Dem Branchendienst Bloomberg zufolge dürfte Nokia durch den Verkauf rund zwei Milliarden Euro einnehmen. Neben dem Taxi-Konkurrenten Uber sollen auch deutsche Automobilhersteller an der Sparte interessiert sein.

Neuer Big-Player?

Seit dem Verkauf der Handysparte an Microsoft engagiert sich Nokia im Netzwerkgeschäft. Dort schlägt sich das Unternehmen gut, zu alter Stärke hat der einstige Weltmarktführer für Handys allerdings nicht zurückgefunden. Zu stark ist die Konkurrenz aus Marktführer Ericsson und dem Billiganbieter Huawei. Mit dem Zusammenschluss könnte sich das ändern, denn dadurch würde ein neuer Big-Player mit einem Marktwert von rund 40 Milliarden Euro entstehen.

Pierre Ferragu vom US-Analysehaus Bernstein Research hält den möglichen Zusammenschluss für sinnvoll. Die Branche der Telekom-Ausrüster sei reif für eine Marktkonsolidierung. Im Drahtlos-Netzwerkgeschäft habe Alcatel-Lucent mit einem Weltmarktanteil von 10 Prozent alleine keine Chance auf profitables Wachstum, würde allerdings die Profitabilität eines Partners steigern. Insofern würde sich die Transaktion für Nokia lohnen, sagte der Analyst. Er hob das Kursziel für Alcatel-Lucent von 3,70 auf 4,70 Euro und bestätigte seine Einstufung auf „Outperform“. Das Kursziel für die Nokia-Aktie erhöhte Ferragu von 4,90 auf 5,80 Euro, beließ sie aber auf „Underperform“.

Erfolgreicher Umbau

Nach dem Verkauf der Handy-Sparte im Zuge der Neustrukturierung ist es mit Nokia zuletzt wieder deutlich bergauf gegangen. Grundsätzlich hält DER AKTIONÄR an seiner Kaufempfehlung für die Aktie fest, in Anbetracht der aktuellen Volatilität sollten Anleger vor dem Einstieg aber eine Beruhigung der Situation abwarten.

Von der Übernahme und dem Verkauf von Nokia Here profitiert auch der Kurs der TomTom-Aktie.

(mit Material von dpa-AFX)

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