Netflix
- Nikolas Kessler - Redakteur

Netflix erhöht die Preise – und die Investoren jubeln

Der Streaming-Dienst Netflix hat die größte Preiserhöhung in seiner Geschichte angekündigt. In den USA sollen die Monatsgebühren je nach Abo um bis zu 18 Prozent steigen. Was Serien-Fans erschaudern lässt, sorgt bei den Anlegern für Jubelstimmung: Die Aktie schießt am Dienstag daraufhin um über fünf Prozent nach oben.

Der Preis für das Einsteiger-Abo steigt im Zuge der Erhöhung von acht auf neun Dollar. Für das Standard-Abo in HD – der Bestseller in den USA – werden statt elf künftig 13 Dollar fällig und das Premium-Abo in 4K-Auflösung soll statt 14 Dollar nun 16 Dollar pro Monat kosten.

Für US-Neukunden gilt die neue Preisstruktur ab sofort, für Bestandskunden sollen die Preise nach Unternehmensangaben im Laufe der nächsten drei Monate entsprechend angepasst werden. Betroffen sind neben Kunden in den USA auch Abonnenten in einigen südamerikanischen Ländern, wo die Abrechnung in US-Dollar erfolgt.

Die zusätzlichen Erlöse sollen in erster Linie dabei helfen, die horrenden Ausgaben für exklusive Inhalte zu decken. Nicht zuletzt um Konkurrenten die Amazon Prime und Disney auf Abstand zu halten, hat Netflix alleine im vergangenen Jahr zwischen acht und 13 Milliarden Dollar in neue Serien und Filme gesteckt.

Preise steigen regelmäßig

Seit dem Start des Streaming-Angebots hat Netflix bereits viermal die Preise erhöht, die letzte Erhöhung gab es im Oktober 2017. „Wir ändern unsere Preise von Zeit zu Zeit, während wir in großartiges Entertainment und die Verbesserung der gesamten Netflix-Erfahrung investieren“, heißt es in einem Statement des Unternehmens. In der Vergangenheit hatten die Preiserhöhungen keinen nachhaltig negativen Effekt auf die Zahl der Abonnenten und haben dem Aktienkurs tendenziell Auftrieb verliehen. Der nun angekündigte Anstieg um 13 bis 18 Prozent ist die bislang größte Preissteigerung für Netflix-Abonnenten.

Aktie zündet den Turbo

An der Wall Street kommt die Preiserhöhung gut an: Kurz vor den Zahlen am Donnerstag (17. Januar) geht es für die Aktie um fast sechs Prozent nach oben. Zuvor hatte bereits Goldman Sachs mit einem „Conviction Buy“-Rating für Unterstützung gesorgt. Die Trading-Empfehlung des AKTIONÄR aus Ausgabe 03/2018 zündet damit schon vor den Zahlen die nächste Stufe – mutige Neueinsteiger können aber weiterhin einen Fuß in die Tür stellen.

 

Artikel kommentieren:

Um einen Kommentar zu schreiben, müssen Sie eingeloggt sein.
Sie besitzen noch kein Login? Dann registrieren Sie sich kostenfrei.

  • Es sind noch keine Kommentare vorhanden.

Videos zum Thema:

Der Aktionär TV

Mehr zum Thema:

| Nikolas Kessler | 0 Kommentare

So will ProSiebenSat.1 gegen Netflix & Co bestehen

Die Unterhaltungsbranche steckt mitten im Umbruch – statt klassischem TV-Programm laufen Streaming-Dienste wie Netflix und Amazon Prime Video auf immer mehr Bildschirmen. ProSiebenSat.1, RTL und Co merken das unter anderem an rückläufigen Einnahmen im Kerngeschäft mit TV-Werbung. Bei der … mehr
| Dennis Riedl | 0 Kommentare

Amazon, Apple & Netflix: Korrektur beendet?

Die Aktien der führenden Unternehmen weisen häufg den Weg für den Gesamtmarkt, besonders am Anfang und am Ende größerer Korrekturen. Ist nach der fulminanten Börsenrallye vom Freitag die in 2018 eingeläutete Korrektur beendet. Eine Bestandsaufnahme anhand der Tech-Giganten Amazon, Apple und Netflix. mehr
| Nikolas Kessler | 0 Kommentare

Netflix mit neuem Abo-Rekord – was macht die Aktie?

Netflix hat für das vierte Quartal einen Rekordzuwachs bei den Abonnenten sowie mehr Gewinn als erwartet gemeldet. Lediglich der Umsatz landete trotz eines 27-prozentigen Anstiegs leicht unter den Prognosen. Bei den Anlegern konnte der Streaming-Riese damit zunächst nicht punkten: Im nachbörslichen … mehr