Netflix
- Werner Sperber - Redakteur

Netflix: Nur Probleme – trotzdem unbedingt kaufen

Netflix bietet Fernseh-Inhalte über das Internet an. Doch kommt es vor, dass sich mehrere Parteien einen Zugang teilen und deshalb kommt der Konzern um Einnahmen. Anleger sehen Apple als stark werdenden Konkurrenten an. Netflix hob zudem jüngst die Preise leicht an – dabei werden ab jetzt viele beliebte Hollywood-Erfolge in den USA nicht mehr zu sehen sein. Trotzdem dürfte sich der Einstieg lohnen, denn die Firma richtet sich neu aus.

Seher ist Seher
Mit dem Standard-Abonnement bekommt der Kunde ein Passwort für zwei Geräte, kann also auf zwei Geräten gleichzeitig verschiedene Serien oder Filme sehen. Studien zufolge teilen jedoch bis zur Hälfte der Netflix-Kunden ihren Zugang mit jemandem außerhalb des Haushaltes. Netflix verlöre demnach ein Drittel der Einnahmen – wenn alle diese Außer-Haus-Nutzer tatsächlich ein eigenes Netflix-Abo abschließen würden. Laut den Bedingungen "sollte der Kontoinhaber das Passwort (…) nicht mit Dritten teilen". Ausdrücklich verboten ist dieses Teilen des Accounts also nicht – solange es nicht gewerblich geschieht. Netflix drückt bislang ein Auge zu, schließlich möchte der Konzern, zunächst, nur Eines: möglichst viele Seher bekommen (von denen möglichst viele "Schwarzseher" zu zahlenden Kunden werden).

Gegen Apple, mit Walt Disney
Medienberichten zufolge plant Apple eigene Inhalte für das Fernsehprogramm der US-Technologie-Firma produzieren zu lassen. Damit würde Apple den Wettbewerbsdruck auf Netflix erhöhen. Dabei ist der Druck in den USA bereits erhöht worden: Netflix hat ein Senderecht-Abkommen mit dem Kabelnetzbetreiber Epix für 76 Filme und Serien auslaufen lassen. Deshalb stehen ausschließlich den US-Kunden ab jetzt viele erfolgreiche US-Filme nicht mehr zur Verfügung. Epix hat die Streaming-Rechte an den Netflix-Wettbewerber Hulu vergeben. Dabei hat Netflix die Abonnement-Preise erst jüngst angehoben. Netflix wiegelt unterdessen ab: Die Filme von Epix seien zwar gern gesehen, aber oftmals schon alt. Deshalb möchte die Firma neue Lizenz-Abkommen abschließen, bei denen aktuellere Filme teils ausschließlich für die Netflix-Kunden zu sehen sind. Schon im nächsten Jahr werde Netflix zudem exklusiver TV-Partner für neue Filme von Walt Disney.

Eine riskante Neuausrichtung
Netflix möchte sich neu ausrichten: weniger für die Senderechte ausgeben und mehr für eigene Produktionen. Der Vorstand möchte demnach mehr Geld in die Eigenproduktion von Kinofilmen investieren. Diese Filme sollen zeitgleich! im Kino und online bei Netflix laufen. Solche Produktionen sind zudem ausschließlich den Kino-Besuchern und den Netflix-Kunden vorbehalten – im Gegensatz zu den Filmen und Serien, für die Netflix und eben auch Wettbewerber bislang Senderechte eingekauft haben.

Der Geschäftsverlauf in diesem Jahr ist sehr gut und nun beginnt Netflix auch den asiatischen Markt zu erschließen; jetzt ist Netflix auch in Japan zu abonnieren.

DER AKTIONÄR hält die neue Ausrichtung für aussichtsreich und rät auch deshalb zum Kauf der Aktie von Netflix. Idealerweise versuchen Anleger mit einem Abstauberlimit bei 90 Euro zum Zug zu kommen. Im Anschluss beträgt das Kursziel 140 Euro und das Investment sollte dann bei 78 Euro abgesichert werden.

Artikel kommentieren:

Um einen Kommentar zu schreiben, müssen Sie eingeloggt sein.
Sie besitzen noch kein Login? Dann registrieren Sie sich kostenfrei.

  • Es sind noch keine Kommentare vorhanden.

Videos zum Thema:

Der Aktionär TV

Mehr zum Thema:

| Werner Sperber | 0 Kommentare

Anlage-Profis: Jetzt reicht es langsam mit Netflix

Die Platow Börse erinnert an die starken Quartalszahlen von Netflix und dabei vor allem an die gestiegene Zahl der neuen Kunden. Das Marktumfeld für Anbieter von Fernsehinhalten über das Internet (Streaming-Dienste) bleibt jedoch herausfordernd. Vivendi stellt den Streamingdienst Whatchever zum … mehr
| Werner Sperber | 0 Kommentare

Aktionärsbrief: Netflix fegt die Bedenken weg. Fast

Der Aktionärsbrief erinnert an die Sorgen der Aktionäre von Netflix vor zu geringem Wachstum der Kundenzahlen und zu hohen Kosten für die Produktion von Filmen und Fernsehserien. Deshalb sank der Aktienkurs seit Dezember vergangenen Jahres vom Rekordkurs bei gut 133 Dollar bis Februar dieses Jahres … mehr