DAX
- Andreas Deutsch - Redakteur

Nachgefragt: Was passiert, wenn die EZB Staatsanleihen kauft? (Teil 3)

Die Europäische Zentralbank (EZB) wird mit hoher Wahrscheinlichkeit am kommenden Donnerstag ein Programm zum Ankauf von Staatsanleihen beschließen. Im Vorfeld wird das Thema auf allen Ebene intensiv diskutiert. Kommt es zur Ankündigung eines "Quantitative Easing"-Programms und welche Folgen hätte es für DAX, Euro und Co?

„Es ist sehr gut möglich, dass die EZB am Donnerstag einen Knalleffekt loslässt“, sagt Max Otte, Vermögensverwalter, Fondsmanager und Bestsellerautor („Der Crash kommt“). „Die Eurozone kommt immer noch nicht in die Gänge, sodass radikale Maßnahmen immer wahrscheinlicher werden.“ Otte sieht gute Chancen, dass wir eine sehr gute Woche für europäische Aktien erleben werden.

700 Milliarden Euro für die Märkte

Nach wie vor ungewiss ist die Frage, wie groß die Geldschwemme überhaupt ausfällt. Unter Beobachtern kursiert eine Summe von etwa 500 Milliarden Euro. Dieses Volumen dürfte auf Medienberichte zurückgehen, wonach die EZB-Mitarbeiter den geldpolitischen Entscheidungsträgern eine solche Summe vorgeschlagen haben. Das Handelsblatt berichtete jedoch mit Bezug auf "Finanzkreise" von bis zu 700 Milliarden Euro.

Ebenso unklar ist, welche Papiere gekauft werden sollen. Unstrittig ist unter Fachleuten allenfalls, dass Staatsanleihen dazu gehören dürften. Denn staatliche Schuldverschreibungen sind vom Umfang her die größte Anlageklasse in Europa. Ohne Staatsanleihekäufe erscheint es nahezu unmöglich, dass die Notenbank das Ziel, ihre Bilanz um etwa eine Billion Euro auszuweiten, erreichen kann.

Neben Staatspapieren seien im Grunde alle Wertpapiere denkbar, die im EZB-Refinanzierungsgeschäft mit den Banken als Sicherheiten zulässig seien, heißt es in einer Studie der Commerzbank. Dazu könnten auch Anleihen staatlicher oder staatsnaher Organisationen gehören. Im Fachjargon werden diese Papiere "SSA"-Anleihen genannt (Sub-Sovereign-, Supra- und Agency-Anleihen). Beispiele wären Schuldverschreibungen der Europäischen Investitionsbank (EIB) oder der deutschen Förderbank KfW.

(Mit Material von dpa-AFX)

Artikel kommentieren:

Um einen Kommentar zu schreiben, müssen Sie eingeloggt sein.
Sie besitzen noch kein Login? Dann registrieren Sie sich kostenfrei.

  • Es sind noch keine Kommentare vorhanden.

Videos zum Thema:

Der Aktionär TV

Mehr zum Thema:

| Thomas Bergmann | 0 Kommentare

Schlafwagenbörse - schlechtes Zeichen für den DAX?

Aus Trader-Sicht ist der DAX ein einziges Trauerspiel. Seit beinahe zwei Monaten pendelt das wichtigste deutsche Aktienbarometer zwischen 12.500 und 12.900 Punkten - zuletzt hat sich die Range noch enger zusammengezogen. Anleger müssen wahrscheinlich noch etwas geduldig sein, bis ein stärkerer Move … mehr
| DER AKTIONÄR | 0 Kommentare

Einfach reich? So geht es! Wie Sie entspannt an der Börse ein Vermögen aufbauen +++ Amazon.com - Frontalangriff: Jeff Bezos schnappt sich Whole Foods +++ FANG-Aktien: Das Ende der Party bei Facebook und Co?

Entspannt an der Börse ein Vermögen aufbauen geht nicht? Von wegen! Seit 1982 haben Aktien im Schnitt eine Rendite von 9,5 Prozent pro Jahr erzielt. Wie viel Überzeugungsarbeit muss eigentlich noch geleistet werden, damit Aktien endlich nicht mehr als Teufelszeug, sondern als gute Altersvorsorge, … mehr
| Thomas Bergmann | 1 Kommentar

Ölpreis-Schock - DAX-Crash voraus?

Die Freude über ein neues Allzeithoch beim DAX ist schon wieder Geschichte. Stattdessen besteht die Gefahr, dass der deutsche Leitindex die Marke von 12.700 Punkten wieder unterschreitet. Auslöser des jüngsten Rücksetzers ist ein stark fallender Ölpreis, was wiederum Konjunkturängste schürt. mehr