DAX
- Thomas Bergmann - Redakteur

Nach der EZB ist vor der Fed - europäische Aktien auf die Kaufliste!

Die Enttäuschung über die jüngsten EZB-Maßnahmen scheint verdaut. Der DAX hat noch am Freitag - mit Unterstützung der Wall Street - ein Fass aufgemacht. Nun warten die Investoren gespannt auf die Sitzung der US-Notenbank, denn die Europäische Zentralbank hat eindrucksvoll bewiesen, welche Sprengkraft die Geldpolitik der großen Notenbanken für die Börsenkurse weltweit entfalten kann. Für europäische Aktien sieht es den Experten nach nicht schlecht aus.

Sorgen unbegründet

Insbesondere auf längere Sicht halten Marktbeobachter zu große Sorgen für unbegründet. "Angesichts der überhitzten kurzfristigen Stimmung ist es durchaus gesund, dass Dividendentitel erst einmal einen Gang zurückschalten", meint etwa Analyst Markus Reinwand von der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba). Denn "immerhin hatte der Optimismus unter den Aktienanlegern im Vorfeld der EZB-Sitzung Spitzenwerte erreicht". Doch ungeachtet der kurzfristig dominierenden Enttäuschung habe die EZB die Attraktivität europäischer gegenüber anderen Aktien gesteigert.

Noch Luft nach oben

Auch die WGZ Bank hebt die Bedeutung der Euro-Währungshüter für die Börsenkurse hervor. Die beschlossenen Maßnahmen "sollten die relative Attraktivität der Anlageklasse Aktien weiter  untermauern", heißt es in einer Studie. Mit dem Zusatz, die Anleihekäufe nötigenfalls über den März 2017 hinaus zu verlängern, halte sich die EZB zudem alle Möglichkeiten für eine Ausweitung ihrer schon ultra-expansiven Geldpolitik offen. Gemessen am Verhältnis des Kaufvolumens zur Wirtschaftskraft des Währungsraums sehen die Experten - im Vergleich zur Fed, der japanischen Notenbank und der Bank of England - noch deutlich Spielraum nach oben.

Analyst Alexander Lukas von der Weberbank sieht für Besitzer hiesiger Dividendenpapiere ebenfalls "keinen Anlass zur Beunruhigung". Denn "die europäischen Aktienmärkte sind - anders als die amerikanischen - noch nicht zu teuer bewertet und die Unternehmen in Europa solide aufgestellt". Dank einer verbesserten Konjunktur sollten sich die Gewinne stabil entwickeln.

Keine Panik!

Die Reaktion auf die EZB-Entscheidung war nach Ansicht des AKTIONÄR überzogen. Aktien sind aus Anlegersicht die einzige Alternative, um einigermaßen Rendite zu erzielen. Trotz der gestiegenen Kurse sind die Bewertungen und auch die Dividendenrenditen bei deutschen Aktien immer noch attraktiv. Allerdings sollten sich Anleger auf eine höhere Volatilität einstellen, das heißt im nächsten Jahr ist zwischen 9.000 und 13.000 Punkten alles möglich.

(Mit Material von dpa-AFX)


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