MunichRe
- Andreas Deutsch - Redakteur

Munich Re: Kein Liebling der Analysten, aber der Anleger

Der Chart der Munich-Re-Aktie sieht aus wie aus dem Bilderbuch. Allerdings passt er so gar nicht ins Bild, das die Analysten derzeit von dem Titel haben. Die sehen nämlich eher die Gefahr eines Rückschlags.

Zu den Skeptikern gehört Olivia Brindle von der Deutschen Bank. Die Expertin hat die Aktie der Munich Re von „Halten“ auf „Verkaufen“ abgestuft, das Kursziel aber von 160,20 auf 175,60 Euro angehoben. Die Jagd nach verlässlichen Renditen habe die Bewertungen von Europas Rückversicherern auf ein Spitzenniveau getrieben, so Brindle in ihrer Studie. Dabei hätten Marktteilnehmer zwischen den einzelnen Unternehmen nicht unterschieden und die Fundamentaldaten eher ignoriert.

Brindle zieht bei den Einzelwerten nun eine klare Trennlinie zwischen Swiss Re und Scor auf der einen und Munich Re sowie Hannover Rück auf der anderen Seite. Die gestiegenen Bewertungen der beiden deutschen Versicherer seien selbst bei reduzierten Kapitalkosten mittlerweile nicht mehr zu rechtfertigen.

Mehr Potenzial, aber die Skepsis bleibt

Bereits in den vergangenen Tagen hatte es mehrere Kurszielanhebungen für Munich Re gegeben. Die Schweizer Bank Credit Suisse sieht das Kursziel nun bei 150 nach 145 Euro, die Einstufung lautet aber weiterhin auf „Underperformer“. Die Prämien im Schaden/Unfall-Geschäft dürften weiter sinken, so Credit-Suisse-Analyst Adam McInally. Er rechnet mit deutlich fallenden Gewinnerwartungen des Marktes. Negativ wertete er zudem Ausschüttungen, die seiner Ansicht nach nicht komplett durch den Barmittelzufluss gedeckt werden könnten. Die Munich Re sei vergleichsweise hoch bewertet.

Volker Sack von der NordLB hat das Kursziel von 175 auf 195 Euro angehoben und die Einstufung auf "Halten" belassen. Der Ausblick des Rückversicherers für 2015 sei vorsichtig und liege unter seinen bisherigen Schätzungen, schrieb Analyst Volker Sack in einer Studie vom Montag. Sein unverändertes Votum begründete er mit den äußerst niedrigen Zinsen und entsprechend mangelnden Anlagealternativen.

Gewinne laufen lassen

Auch wenn die Einschätzungen der Analysten eine andere Sprache sprechen: Charttechnisch stehen die Zeichen klar auf weitere Kursgewinne. Der nächste bedeutende Widerstand wartet erst bei 239 Euro. Das Kursziel des AKTIONÄR lautet auf 220 Euro, der Stopp sollte auf 160 Euro angehoben werden.

(Mit Material von dpa-AFX)

Artikel kommentieren:

Um einen Kommentar zu schreiben, müssen Sie eingeloggt sein.
Sie besitzen noch kein Login? Dann registrieren Sie sich kostenfrei.

  • Es sind noch keine Kommentare vorhanden.

Videos zum Thema:

Der Aktionär TV

Mehr zum Thema:

| Fabian Strebin | 0 Kommentare

Munich Re klotzt bei Dividende

Die Munich Re hat im abgelaufenen Jahr mit 2,6 Milliarden Euro deutlich mehr verdient, als zuvor in Aussicht gestellt (2,3 Milliarden Euro). Im Gegensatz zum Vorjahr ging der Gewinn aber um 500 Millionen Euro zurück. Trotzdem hat der scheidende Vorstandsvorsitzende Nikolaus von Bomhard noch eine … mehr
| Fabian Strebin | 0 Kommentare

Munich Re auch auf der Suche?

Die Übernahmewelle in der Versicherungsbranche kommt 2017 ins Rollen. Neben der Allianz scheint auch die Munich Re auf der Suche nach einem Übernahmeziel zu sein. Laut Handelsblatt würde ein Zukauf aber nicht in der klassischen Rückversicherungssparte erfolgen. „Was wir dort zukaufen, könnten wir … mehr
| Fabian Strebin | 0 Kommentare

Munich Re: Das war nichts

Joachim Wenning wird zwar am 27. April Nikolaus von Bomhard an der Spitze der Munich Re ablösen. Doch Wenning räumt schon jetzt auf. Nach Unternehmensmeldungen wird die erst 2008 gegründete Gesundheitssparte, Munich Health, wieder aufgelöst. Ab 1. Februar wird das Segment im Bereich … mehr
| Fabian Strebin | 0 Kommentare

Chart-Check Munich Re: Aufwärtspotenzial vorhanden

Durch den Sieg von Donald Trump bei den US-Wahlen haben auch die Aktien der Munich Re einen ordentlichen Schub bekommen. Anleger spekulieren, dass Trump schneller höhere Zinsen anstrebt, als es unter Hillary Clinton der Fall gewesen wäre. Den Versicherern würde das vor allem beim Anlageergebnis … mehr