Toshiba
- Michel Doepke - Volontär

Minus 40 Prozent in drei Tagen: Kursdebakel bei Toshiba – droht die Pleite?

Der Aktienkurs von Toshiba kennt seit der milliardenschweren Gewinnwarnung wegen Abschreibungen auf die Atom-Sparte nur eine Richtung: die nach unten. Unklar ist, wie hoch die Kosten ausfallen. Erste Experten rechnen sogar mit dem Worst Case.

Grund für die Milliardenabschreibung ist der Kauf von CB&I Stone & Webster durch die Toshiba-Tochter Westinghouse, welche sich auf den Aufbau und Rückbau von Atomkraftwerken spezialisiert hat. Wie aus einer Unternehmensmeldung von Toshiba vom Dienstag hervorgeht, seien die Kosten für laufende Projekte von CB&I deutlich höher, als zuvor angenommen. Daher ist eine Abschreibung in Milliardenhöhe unumgänglich – diese zehrt möglicherweise das gesamte Eigenkapital vom Mutter-Konzern Toshiba auf.

Japanischen Medienberichten zufolge belaufen sich die Kosten auf rund 500 Milliarden Yen (circa 4,1 Milliarden Euro). Ende September bilanzierte Toshiba ein Eigenkapital von lediglich 363 Milliarden Yen – im schlimmsten Fall droht de facto Insolvenz.

Laut dem Manager Magazin seien bereits in japanischen Toshiba-Werken Banker auf Besichtigung gegangen, um verwertbare Gegenstände ausfindig zu machen. Zudem wird über die Umwandlung von Anleihen (Fremdkapital) in Aktien (Eigenkapital) spekuliert. Auch eine Kapitalerhöhung oder ein IPO der profitablen Flash-Speicher-Sparte Nand stehen zur Debatte.

Aktie meiden

Wegen der bestehenden Unsicherheiten über die Höhe der Abschreibung und die anschließende Finanzierung dieser sollten sich Anleger nicht die Finger an der optisch günstigen Toshiba-Aktie die Hände verbrennen. Nur hartgesottene Zocker könnten mit einem Stopp auf eine technische Gegenbewegung spekulieren.

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