ThyssenKrupp
- Maximilian Völkl

Milliarden-Chance bei ThyssenKrupp – jetzt zuschlagen?

Die Zerschlagung von ThyssenKrupp ist beschlossen. Damit hat der neue Konzernchef Guido Kerkhoff zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen. Zum einen wurden die Arbeitnehmer überzeugt, zum anderen auch die streitenden Großaktionäre Krupp-Stiftung und Cevian vereinigt. Diese freuen sich vor allem auf die Milliarden-Chance bei der Aufzugsparte.

Cevian fordert bereits seit Jahren, die stillen Reserven der Konzernperle zu heben. Mit der Aufspaltung von ThyssenKrupp ist das nun möglich. Aktuell steht die Aufzugsparte mit lediglich 1,5 Milliarden Euro in den Büchern. Eine einfache Rechnung zeigt, dass damit eine deutliche Unterbewertung vorliegt.

Klare Unterbewertung

Für das kommende Geschäftsjahr wird für die Aufzugsparte mit einem EBIT von 966 Millionen Euro gerechnet. Um den Unternehmenswert der Sparte zu berechnen, wird ein Blick auf die Wettbewerber nötig. So wird Schindler aus der Schweiz mit dem 20-fachen des EBIT bewertet, die finnische Kone mit dem 19-fachen. Setzt man einen vergleichbaren Multiplikator bei ThyssenKrupp Elevators an, kommt man auf einen Enterprise Value von 18,9 Milliarden Euro.

Das zeigt: Selbst wenn man drei Milliarden Euro an Rückstellungen und Schulden auf die Aufzugsparte umlegt – der Gesamtkonzern kam zuletzt insgesamt lediglich auf 8,6 Milliarden Euro, von denen ein großer Teil auf das anstehende Stahl-Joint-Venture ausgelagert wird – dann wäre ein Börsenwert von 15 Milliarden Euro in jedem Fall gerechtfertigt. Zum Vergleich: ThyssenKrupp kommt aktuell insgesamt auf gerade einmal 12,9 Milliarden Euro.

Chance überwiegen langfristig

Die Rechnung zeigt, dass in der Aufzugsparte sehr hohe stille Reserven schlummern. In der aktuellen Ausgabe zeigt DER AKTIONÄR in einer ausführlichen Rechnung, dass der derzeitige Börsenwert von ThyssenKrupp auch insgesamt deutlich zu niedrig ist. Anleger benötigen aber unverändert viel Geduld bis es zur endgültigen Aufteilung des Konzerns kommt.

Artikel kommentieren:

Um einen Kommentar zu schreiben, müssen Sie eingeloggt sein.
Sie besitzen noch kein Login? Dann registrieren Sie sich kostenfrei.

  • Es sind noch keine Kommentare vorhanden.

Videos zum Thema:

Der Aktionär TV

Mehr zum Thema:

| Maximilian Völkl | 0 Kommentare

ThyssenKrupp: Das steckt hinter dem Chaos

Erst seit wenigen Wochen ist Bernhard Pellens als Aufsichtsratschef bei ThyssenKrupp im Amt. Am Mittwoch gab es nun aber bereits Gerüchte, dass der Wissenschaftler schon wieder vor der Ablösung steht. Vor allem die Großaktionäre sollen einen Wechsel anstreben und wollen die ehemalige … mehr
| Maximilian Völkl | 0 Kommentare

ThyssenKrupp: Das wäre eine Überraschung

Die Talfahrt von ThyssenKrupp ist eng mit dem Führungschaos verknüpft. Seit im Juli der Vorstandsvorsitzende Heinrich Hiesinger und der Aufsichtsratschef Ulrich Lehner kurz hintereinander zurücktraten, hat der ohnehin angeschlagene DAX-Titel noch einmal deutlich an Wert verloren. Nun deutet sich … mehr
| Maximilian Völkl | 0 Kommentare

ThyssenKrupp: Das wird aber auch Zeit

Der Druck auf ThyssenKrupp bleibt hoch. Nach wie vor steht die Aktie unter Druck, zudem wurde zuletzt vermehrt Kritik laut, dass beim Umbau keine entscheidenden Fortschritte erzielt werden. Zumindest beim Stahl-Joint-Venture mit dem indischen Wettbewerber Tata Steel steht der Konzern nun aber vor … mehr
| Maximilian Völkl | 0 Kommentare

ThyssenKrupp: Das darf doch nicht wahr sein

Die Probleme bei ThyssenKrupp halten an. Vor allem bei den Bemühungen zum Umbau kommt der Industriekonzern nicht voran. Nach der jüngsten Kritik der Arbeitnehmer gab es nun bei der geplanten Stahlfusion mit Tata Steel einen erneuten Rückschlag. Die EU-Wettbewerbskommission hat die Prüffrist für den … mehr
| Maximilian Völkl | 0 Kommentare

ThyssenKrupp: Zu viele offene Fragen

Nach wie vor kann sich die Aktie von ThyssenKrupp nicht nachhaltig vom Jahrestief bei 15,52 Euro lösen. Schwache Zahlen inklusive erneuter Gewinnwarnung belasten, doch auch die offenen Fragen beim Umbau verunsichern die Anleger. Selbst beim lange beschlossenen Joint Venture mit Tata Steel herrscht … mehr