Microsoft
- Benedikt Kaufmann

Microsoft: Starkes Quartal ruiniert durch Steuerreform

Das Geschäft brummt: Microsofts Zahlen zum zweiten Quartal übertreffen die Erwartungen der Analysten. Doch die US-Steuerreform verhagelt die Bilanz, wenn auch nur kurzfristig.

Bestes Wachstum seit drei Jahren

Die bereinigten Gewinne je Aktie lagen bei 0,96 Dollar – die Analysten erwarteten 0,86 Dollar. Auch der Umsatz lag mit 28,9 Milliarden Dollar über den Schätzungen der Wall-Street-Experten von 28,5 Milliarden Dollar.

Damit legte der gesamte Erlös gegenüber dem Vorjahr um 12 Prozent zu – die stärkste Wachstumsrate seit drei Jahren. Das liegt insbesondere an den neuen Wachstumssegmenten „Intelligent Cloud“ und „Productivity and Business Process“.

Das Server-und Cloud-Geschäft (Intelligent Cloud) verzeichnetet ein Umsatzwachstum von 15 Prozent auf 7,8 Milliarden Dollar. Besonderes Highlight war die Wachstumsrate der IaaS-Plattform Azure. Microsofts Gegenstück zu Amazons AWS legte um 98 Prozent zu.

 

Doch auch im Office-Bereich (Productivity and Business Process) lohnt sich die Ausrichtung auf den Cloud-Vertrieb in Form eines Abonnements. Insgesamt erzielte Microsoft in der Sparte, die auch LinkedIn enthält, einen Zuwachs von 25 Prozent. Highlights waren Office 365 und Dynamics 365, die 41 beziehungsweise 67 Prozent zulegten.

 

Das mit Abstand größte Segment bleibt jedoch weiterhin „More Personal Computing". Diese Sparte enthält neben dem Dauerbrenner Windows das Gaming-, Notebook- und Anzeigengeschäft. Für den Umsatzzuwachs von zwei Prozent ist vor allem die neue Konsole „Xbox One X“ verantwortlich, die im November erschien.

 

Negativer Steuereffekt

Trotz des starken operativen Geschäftes konnte die Aktie im nachbörslichen Handel nicht zulegen, da auf der Bilanz ein einmaliger Steuereffekt von 13,8 Milliarden Dollar lastet. Die hohen Abschreibungen auf Bilanzwerte haben jedoch kaum Auswirkungen auf die operativen Geschäfte. Microsoft könnte nach Trumps Reform eher von einer leicht sinkenden Steuerrate profitieren. Zahlte der Konzern vor der neuen Steuergesetzen noch einen effektiven Steuersatz von 18 Prozent, wird nun mit nur 16 Prozent gerechnet.

Gewinne laufen lassen

Lange hinkte Microsoft den Top-Performern der Tech-Branche hinterher. Unter Satya Nadella hat der Konzern jedoch eine rasante Aufholjagd gestartet, die nach den Q2-Zahlen weitergehen kann. Gegen Ende des Conference Calls wies die Unternehmensführung auf gleichbleibende Wachstumsraten und um knapp ein Prozent steigende operative Margen. Weiterhin also Top-Aussichten für Microsoft. Anleger bleiben dabei und lassen die Gewinne laufen.

 

 

 

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