Micron
- Benedikt Kaufmann

Micron macht's: Chip-Hersteller übertrifft die Erwartungen, aber ...

Micron übertrifft auch im dritten Quartal die Erwartungen der Analysten. Der Chip-Hersteller erzielt Rekordumsätze und Top-Margen. Klasse Fundamentaldaten – doch alles hängt von der künftigen Preisentwicklung ab.

Insgesamt steigerten sich die Umsätze um 40 Prozent auf 7,8 Milliarden Dollar. Die Bruttomarge erreichte satte 61 Prozent. Die vorherrschenden Trends Cloud-Data-Center und Smartphones treiben Umsätze und Gewinne an. Dies wird besonders deutlich, wenn die einzelnen Segmente beleuchtet werden.

Compute & Networking Business

So verzeichnete Micron in dem „Compute & Networking Business“ gegenüber dem Vorjahresquartal einen Umsatzanstieg von 67 Prozent auf 3,99 Milliarden Dollar. Der größte Faktor in diesem Segment: Speicherchips für Cloud-Server und Grafikkarten – in diesen beiden Bereichen haben sich die Verkäufe laut der Unternehmensführung sogar verdoppelt.

Während Grafikkarten-Speicher aufgrund der zusätzlichen Einsatzgebiete im Machine Learning und Krypto-Mining ein Verkaufsschlager waren. Profitiert Micron im Bereich Cloud-Server von den steigenden Investitionsausgaben der großen Anbieter Microsoft, Amazon und Google. Die Unternehmensführung erwartet, dass diese Investitionen im Jahr 2018 etwa 50 Milliarden Dollar betragen und im Jahr 2021 auf 108 Milliarden Dollar ansteigen dürften.

Mobile-Business

Ein weiteres Highlight des dritten Quartals war das „Mobile Business“. Hier legten die Umsätze um 55 Prozent auf 1,75 Milliarden Dollar zu. Insbesondere die höhere Nachfrage nach leistungsfähigen Speicherlösungen sorgten für ein erfolgreiches Segment. Die Umsätze der hochpreisigen und hochwertigen NAND-Speicher verdoppelten sich gegenüber dem Vorjahresquartal.

Preisentwicklung der Speicher-Chips bleibt der alles entscheidende Faktor

Doch es ist nicht alles Gold was glänzt. Das Segmente „Storage“ schrumpft auf Jahressicht um 13 Prozent. Das dürfte vor allem mit der Preisentwicklung von NAND-Chips zusammenhängen. Die durchschnittlichen Preise im abgelaufenen Quartal sanken erneut – wenn auch weniger schnell als im vorherigen Quartal.

Viel wichtiger für Micron ist jedoch die Preisentwicklung im Bereich der DRAM-Chips, denn diese Produktgruppe macht 71 Prozent der Gesamterlöse aus. Hier erhöhten sich die durchschnittlichen im Verkauf erzielten Preise um eine mittlere bis hohe einstellige Prozentzahl. Leistungsstärkere Smartphones und Data-Center brauchen mehr und mehr DRAM-Speicher. Entsprechend dürfte laut Micron die Nachfrage von Seiten der Industrie im laufenden Jahr um 20 Prozent steigen. Top für die Margen, denn weder Micron noch Samsung oder SK Hynix machen Anstalten ihr DRAM-Produktionsvolumen zu erhöhen. Nur ein Grund, weshalb chinesische Kartellwächster Ende Mai Ermittlungen wegen eines möglichen Preiskartells aufnahmen.

Trends besser besetzen

Micron ist aktuell keine laufende Empfehlung des AKTIONÄR, da ein nachhaltiger Preistrend für DRAM an dieser Stelle nicht festzustellen ist und die Preisrisiken einer Aufstockung des Produktionsvolumens verheerend wären. Die Trends im Bereich Cloud-Data-Center und Smartphones sind zwar positiv zu werten, können jedoch mit anderen breiter aufgestellten Firmen ebenso gut besetzt werden. Zu nennen sind hier Microsoft, Amazon und Google auf Dienstleister-Seite sowie Intel, AMD, Nutanix und Xilinx auf Hardware-Seite.

 

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