Mastercard
- Andreas Deutsch - Redakteur

Mastercard: Milliardenklage - na und?

Der zweitgrößte US-Kreditkartenkonzern ist wie erwartet in Großbritannien wegen des Vorwurfs überhöhter Gebühren auf Schadenersatz verklagt worden. Der Hausse tut das keinen Abbruch.

Hinter der Klage über 14 Milliarden Pfund (aktuell etwa 16,5 Milliarden Euro) steht die Großkanzlei Quinn Emanuel, die das Unternehmen beschuldigt, Verbraucher von 1992 bis 2008 durch versteckte Kosten bei Bank- und Kreditkarten über den Tisch gezogen und damit gegen EU-Recht verstoßen zu haben. Einer Mitteilung von Donnerstag zufolge könnten 46 Millionen Kunden in Großbritannien entschädigt werden, sollte die Klage zugelassen werden und Erfolg haben.

Laut Quinn Emanuel handelt es sich um die bislang größte Schadenersatzklage in der britischen Rechtsgeschichte. Es soll eines der ersten britischen Verfahren im Stile von Sammelklagen werden, wie sie in den USA üblich sind. Zunächst hatte die Kanzlei, die ihre Klage auf ein Urteil des Europäischen Gerichtshofs gegen Mastercard von 2014 stützt, sogar 19 Milliarden Pfund gefordert. Die Kreditkartenfirma weist die Vorwürfe zurück und kündigte in britischen Medien an, sich entschieden dagegen zur Wehr setzen zu wollen. Man werde die 600-seitige Klageschrift aber zunächst in Ruhe im Detail prüfen.

Aktie vor Allzeithoch

Die Mastercard-Aktie schloss am Donnerstag mit einem Plus von 0,4 Prozent auf 99,98 Dollar, was zeigt, dass die Klage im Aktienkurs weitestgehend eingepreist ist. Das Allzeithoch und damit ein Mega-Kaufsignal sind in Reichweite. Investierte Anleger bleiben dabei.

(Mit Material von dpa-AFX)


 

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