Manz
- Markus Horntrich - Chefredakteur

Manz: Kommt jetzt ein Übernahmeangebot?

Der Spezialmaschinenbauer Manz hat die geplante Kapitalerhöhung erfolgreich umgesetzt. Partner und neuer Ankerinvestor Shanghai Electric dürfte bald mit einem Pflichtangebot um die Ecke kommen. Vielleicht winken auch neue Aufträge.

Im Zuge der Kapitalerhöhung hat die deutsche Tochter des chinesischen Konzerns einen Anteil von etwa 20 Prozent an Manz erworben. Vorstandschef und Firmengründer Dieter Manz gab im Zuge der Kapitalerhöhung Anteile an seiner Firma ab. Sein Anteil verringerte sich auf 24,66 Prozent, der seiner Frau Ulrike Manz sank auf 2,66 Prozent. Mit Hilfe einer Stimmbindungsvereinbarung mit Dieter Manz könnten die Chinesen nun in einem nächsten Schritt die Kontrolle übernehmen. Im Zuge eines solchen Vertrags würden Shanghai Electric die Stimmrechte von Manz zugerechnet. Damit wären die Chinesen auch verpflichtet, den verbleibenden Aktionären ein Übernahmeangebot zu unterbreiten. Dieter Manz hat sich für den Fall eines Pflichtangebots darauf eingelassen, so viele Aktien abzugeben, dass Shanghai Electric 30,1 Prozent an Manz halten würde. „Ich will maßgeblich beteiligt bleiben“, so Dieter Manz im Gespräch mit dem AKTIONÄR. Wie der Unternehmenschef verriet, wird er sich in Kürze mit den Verantwortlichen von Shanghai Electric zusammensetzen, um das weitere Vorgehen zu besprechen. Es wäre nicht verwunderlich, wenn zeitnah ein Übernahmeangebot von den Chinesen kommen würde. Mindestpreis wären die für die Kapitalerhöhung gezahlten 34,74 Euro.

Angebot dann Aufträge?

Manz zeigte sich in diesem Zusammenhang vor allem für die Solarsparte sehr zuversichtlich. Allein aufgrund der Chance, dass bald die lange ersehnten Aufträge aus China für den Solarbereich kommen, dürfte die Chinesen unter Zugzwang bringen im Vorfeld ein Angebot an die freien Aktionäre zu machen. Offensichtlich hatte man gehofft, dass von den freien Aktionären weniger von ihrem Bezugsrecht Gebrauch machen.

Gut abgesichert

Die Aktie honorierte die heutige Meldung mit einem Sprung um fast 8 Prozent auf 38,30 Euro. Charttechnisch entscheidend ist der Bereich um 43,10 Euro. Dort verlaufen ein horizontaler Widerstand und die 200-Tage-Linie. Für risikobereite Anleger könnte sich auch jetzt noch ein Einstieg lohnen. Kommen Angebot und Aufträge, dürfte der Kurs im Jahresverlauf deutlich höher stehen. Nach unten ist der Wert zudem aufgrund des wohl anstehenden Angebots bei 34,74 Euro abgesichert.

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