Leoni
- Jochen Kauper - Redakteur

Leoni-Aktie: Neuer Großaktionär - geht die Erholung weiter?

Nach der schockierenden Gewinnwarnung und dem knackigen Absturz vor drei Wochen hat sich die Leoni-Aktie wieder gefangen. Am Freitag wurde bekannt, dass sich bei Leoni ein neuer Großaktionär eingekauft hat. 3,02 Prozent hat sich die Pengg Kabel GmbH aus Österreich mit Sitz in Kapfenberg gesichert. Das dürfte den Leoni-Kurs weiter stützen. Bereits wenige Tage zuvor hat die Schweizer Bank Credit Suisse Leoni von "Neutral" auf "Outperform" hochgestuft, das Kursziel aber von 54 auf 45 Euro gesenkt. Der Großteil negativer Nachrichten beim Autozulieferer dürfte inzwischen bekannt sein, schrieb Analyst Alexander Haissl. Sobald der Bordnetz-Spezialist seine Probleme im operativen Geschäft unter Kontrolle habe, sei für die Aktie deutliches Aufwärtspotenzial in Sicht.

 

Rücksetzer übertrieben

Auch Christian Ludwig vom Bankhaus Lampe sieht mehr Chancen als Risiken für die Leoni-Aktie. „Der Auftragsbestand in der Kabelbaumsparte (WSD) von 12 Milliarden Euro sollte nicht über Nacht verloren gegangen, und eine Margenverbesserung sollte 2016 möglich sein. "Wir halten daher den Kursrutsch der Leoni-Aktie nach der Gewinnwarnung für übertrieben“, schreibt Bankhaus Lampe-Analyst in seiner aktuellen Studie. Sein Kursziel lautet 46 Euro.

Analyst Frank Schwope von der NordLB rät die Leoni-Aktie zu halten. Der Abgasmanipulationsskandal beim Wolfsburger Autobauer Volkswagen sei eine Chance für das Elektroauto. Der Dieselmotor dürfte hingegen in den kommenden Jahren zunehmend Probleme bekommen.

 

Depotbeimischung 

Leoni ist für die Autobauer unverzichtbar. Die Firma liefert Bordnetze für BMW, Daimler, VW und Co. Das Nervensystem eines jeden Fahrzeugs. Auf fast drei Kilometer summieren sich die Kabel von Leoni in jedem Auto. Unter der Karosserie, im Fahrzeughimmel oder etwa im Motorraum. Erst dadurch wird es dem Fahrer auch möglich, sämtliche Funktionen im Auto zu steuern.

Die Aktie hat sich nach dem scharfen Kurseinbruch wieder gefangen und wird sich von den Tiefstständen bis zum Jahresende auch weiter peu a peu erholen. Für Anleger mit guten Nerven eignet sich das Papier als spekulative Depotbeimischung.

 

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  • Margin Call -
    Jetzt sind die Zahlen bekannt, gleichzeitig hat einer der drei Vorstände sein Amt niedergelegt. Es ist zu vermuten, dass es schon länger intern Konflikte gab, der Ton der PM ist entsprechend kühl. Darüber hinaus wurden auch die Ziele für 2016 kassiert. Insgesamt ist es ein schlechtes Szenario, wenn ein Nachfrageschub zur Margenkrise führt – wie sieht es erst bei einem Nachfragerückgang aus?

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