Lanxess
- Maximilian Völkl

Erneute Hiobsbotschaft: Lanxess vor schwierigem Jahr

Die Situation bei Lanxess ist nach wie vor kritisch. Der Spezialchemiekonzern zählt seit Monaten zu den schwächsten Werten im DAX und auch in naher Zukunft ist keine Besserung in Sicht. Konzernchef Matthias Zachert stimmt die Anleger vielmehr weiter auf schwierige Zeiten ein.

Im Gespräch mit dem Handelsblatt erklärte Zachert, dass die Ergebnisse für das Gesamtjahr 2014 am unteren Ende der Prognose liegen würden. Lanxess peilt ein EBITDA vor Sonderposten zwischen 780 und 820 Millionen Euro an. Im Vorjahr waren es 735 Millionen Euro.

Negative Effekte

Gänzlich überraschend kommen die Aussagen Zacherts allerdings nicht. Bereits bei der Verkündung der Zahlen zum dritten Quartal hatte er angekündigt, dass im Schlussquartal ein Verlust anfallen werde und auch das Gesamtjahr im Minus enden könnte. Vor allem Umbaukosten drücken bei Lanxess auf den Ertrag, nachdem die starke Konkurrenz aus Asien ohnehin einen Preisverfall bei wichtigen Produkten mit sich brachte.

Der Konzern hat zudem mit der schwächelnden Weltwirtschaft zu kämpfen. "Wir sehen deutlich, wie sich das Wachstum in mehreren Märkten abschwächt", so Zachert. Das gelte vor allem für Osteuropa, Lateinamerika und auch Asien. Auch der aktuelle Ölpreisverfall wirke negativ. "Der jetzt sichtbare Effekt ist, dass Kunden von Chemiefirmen ihre Lagerbestände abbauen und mit neuen Aufträgen warten."

Schwieriges Jahr

Auch im kommenden Jahr dürften diese Faktoren das Ergebnis belasten. "Auf jeden Fall haben wir ein weiteres schwieriges Jahr vor uns", sagte Zachert. Für genauere Prognosen sei es jedoch noch zu früh. Die Eigenständigkeit des Konzerns will der Manager erhalten. "60 Prozent unseres Konzernportfolios sind sehr gut aufgestellt. Den anderen Teil, also das Kautschukgeschäft, werden wir in den nächsten zwei bis drei Jahren wieder nach vorne bringen."

Abwarten

Es bleibt abzuwarten, ob es Zachert wirklich gelingt, den Konzern wieder in die richtige Spur zu lenken. Derzeit sollten Anleger allerdings nicht darauf spekulieren und nicht in das fallende Messer greifen. Anleger, die in der Chemiebranche investieren wollen, sind nach Ansicht des AKTIONÄR mit BASF weiterhin besser beraten.

(Mit Material von dpa-AFX)

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| Thorsten Küfner | 0 Kommentare

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