TomTom
- Florian Söllner - Leitender Redakteur

Jetzt dreht es! Solarkraft und Elektroauto mit Turning Point. RWE, E.on, BMW oder Daimler müssen handeln

Die Zukunft galoppiert. Menschen, die an Altem festhalten wollen, werden von den neuesten Entwicklungen überrannt. Jetzt gibt es bei gleich zwei Trends einen sogenannten Turning Point – der Punkt, ab dem klar ist: Das Alte verliert die Vormachtsstellung und die Revolution ist nicht mehr aufzuhalten.


Fossile Energie verliert
Bloomberg schreibt: „Das ist der Anfang vom Ende“. Fossile Energie hätte das Rennen gegen Erneuerbare Energien verloren. Der Punkt sei erreicht: Die Welt investiert mittlerweile jährlich mehr in saubere Energiekapazitäten als in die alten Energien Kohle, Gas und Öl gemeinsam. Einer jetzt in New York vorgestellten Studie zufolge werde sich der Trend hin zu Solar oder Windkraft noch beschleunigen: Bis 2030 sollen vier Mal so viel Erneuerbare Energien wie alte aufgebaut werden.
Die Frage sei nicht mehr ob, sondern wann die Ablösung der alten Technologien vollzogen werde. Haupttreiber: Solar- und Windstrom sei mittlerweile in vielen Teilen der Welt die günstigste Energiequelle. Noch mache Photovoltaik weniger als ein Prozent des Strommarktes aus. Doch bis 2050 soll die Sonnenkraft bereits die weltweite Energie Nummer 1 sein. Anne Kreutzmann vom Branchenmagazin Photon erklärt jüngst gegenüber dem AKTIONÄR, dass die Kosten für Solarkraft bis 2030 auf nur noch 1,5 Cent pro kWh fallen.

 


Boom der Batterien: Preispunkt erreicht
Auch in der Autobranche ist der kritische Punkt für den Beginn der großen Revolution nun erreicht. 2014 wurden immerhin schon 700.000 Elektroautos verkauft (2013: 400.000). Entscheidend hier: Die Kosten. Zwischen 2007 und 2014 sind die Batteriepreise bereits um jährlich 14 Prozent gefallen. Climate Progress schreibt jetzt: „Die besten Hersteller haben bereits den Batteriepreis erreicht, um den Preisvorsprung traditioneller Autos einzuholen.“


Der Preis der Autobatterien ist bereits von 1.000 auf unter 300 Dollar per kWh gefallen. Richtig abheben dürften die Elektroauto-Verkäufe, wenn 150 bis 250 Dollar erreicht werden. Das könnte bald der Fall sein. Bosch-Chef Volkmar Denner rechnet damit, dass die Batteriekosten 2025 nur noch 25 Prozent vom jetzigen Stand ausmachen. DER AKTIONÄR schrieb in Ausgabe 14/2015 ("Boom der Batterien"): Die Elektromobilität wird doch noch mit quietschenden Reifen die Welt erobern. Samsung SDI dürfte davon direkt profitieren. Die Aktie ist eine attraktive Depotbeimischung. Der Handel von LG-Chem-Aktien ist an westlichen Börsen bislang nur schwer möglich – abwarten! Der Dividendenwert Saft und die Altempfehlung Manz sorgen hingegen sofort für Power im Depot.


Indirekt ist auch TomTom ein Profiteur der Auto-Revolution. Auch weil Elektroautos weniger komplex als Verbrenner sind, wagen sich digitale Firmen wie Apple (?), Google oder Baidu Autos in den Markt. Das befeuert den Trend hin zum Autonomen Fahren. Auch VW und Co müssen daher in Kartendaten investieren. TomTom ist spätestens nach dem bekanntgewordenen Interesse deutscher Automobilfirmen an der Navi-Sparte von Nokia eine sehr spannende Aktie geworden.

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