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- Benedikt Kaufmann

Jeff Bezos: Amazon Prime zählt über 100 Millionen Mitglieder

Zum ersten Mal macht Amazon selbst konkrete Angaben zum Premiumdienst Prime. Im jährlichen Brief an die Aktionäre teilte Jeff Bezos mit, dass der Abo-Service mittlerweile mehr als 100 Millionen zahlende Kunden hat.

Umfassendes Angebot

Der Premiumdienst Prime ist unglaublich wichtig für Amazon. Er ermöglicht nicht nur die Bindung der Kunden an die zahlreichen Amazon-Dienste und Angebote, Prime-Abonnenten kaufen auch annähernd doppelt so viel wie Nichtabonnenten.

Als Amazon im Jahr 2005 Prime in den USA einführte, kostete der Service noch 79 Dollar und bot eine kostenlose Lieferung innerhalb von zwei Tagen und einen Rabatt auf Express-Lieferungen. Heute zahlt der Prime-Kunde 99 Dollar und erhält ein umfangreiches Angebot an Musik, Filmen und Büchern sowie die kostenlose Lieferung von Waren am gleichen Tag.

Prime ist ohne Frage ein attraktives Angebot. Wer sich einmal für ein Abonnement entschieden hat, verlängert laut den Marktforschern von CIRP den Dienst mit einer sehr hohen Wahrscheinlichkeit.

Video-Angebot ist das Zupferd

Neben der kostenlosen Lieferung in kürzester Zeit überzeugt insbesondere das Streaming-Angebot. Etwa fünf Milliarden pro Jahr investiert Amazon in die Video-on-Demand-Plattform Prime Video, um lizensierte und eigene Serien anzubieten. Das Angebot verfügt aktuell über etwa 26 Millionen Kunden weltweit die meisten davon in den USA (26 Millionen). Rund ein Viertel der Nutzer dürfte den Dienst nur wegen der 19 Amazon exklusiven Serien abonniert haben.

Die besten Shows bringen die meisten Nutzer – und Amazon will noch mehr Millionen in das Prime-Ökosystem locken. Da wundert es nicht, wenn der nächste Megahit schon in den Startlöchern steht. Im November kaufte Amazon für 250 Millionen die Rechte an „Herr der Ringe“. Produktions- und Marketingkosten für eine Serie könnten sich auf 500 Millionen belaufen.

Gewinne laufen lassen

Amazon entwickelte Prime zu einem umfassenden Medien-Abo und will diesen Weg weiter gehen. Insbesondere das Video-Angebot könnte für den Konzern eine Goldgrube werden. Es ist ein positives Signal, wenn Amazon hier weiter investieren will. Analysten gehen davon aus, dass 2017 rund 4,5 Millionen Dollar in neue Serien und Filme geflossen sind. 2018 will der Konzern noch mehr investieren. Solange das Amazon-Ökosystem wächst und zusätzliche Erlöse generiert, können Amazon-Anleger die Gewinne weiter laufen lassen.

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