Infineon
- Michael Schröder - Redakteur

Infineon macht Volkswagen mobil: Was machen die Aktien?

Infineon Technologies und Volkswagen machen gemeinsam Sache: Als Marktführer bei Halbleitern für Elektromobilität leistet Infineon einen wesentlichen Beitrag zur Antriebswende des weltgrößten Automobilkonzerns. 2018 nutzten 15 der 20 weltweit meistverkauften Elektroautos und Plug-in-Hybride Infineon- Bausteine. Impulse für beide Aktien kommen derzeit aber von einer anderen Seite.

Infineon ist neuer Partner im strategischen Lieferantennetzwerk FAST des Volkswagen Konzerns. FAST steht kurz für das Programm „Future Automotive Supply Tracks“. Im so genannten MEB von Volkswagen, der industrieweit größten Elektrifizierungsplattform, steuern Leistungsmodule des Münchner Chipherstellers den elektrischen Antrieb.

Die Wolfsburger wollen in den nächsten zehn Jahren nahezu 70 neue E-Modelle auf den Markt bringen und 22 Millionen E-Fahrzeuge bauen zu wollen. Ein Großteil davon basiert auf dem MEB, darunter die neue ID.-Familie der Marke Volkswagen sowie Modelle von Audi, Seat und Škoda.

Im Rahmen von FAST werden die beiden DAX-Konzerne auch darüber hinaus zukünftige Halbleiter-Anforderungen diskutieren. „Zusammen mit Volkswagen können wir Anforderungen frühzeitig erkennen und damit Innovationen schaffen, die zum Beispiel die Reichweite von Elektroautos erhöhen oder die Ladezeiten verringern“, so Peter Schiefer, Präsident der Automotive Division von Infineon.


Infineon ist Markt- und Technologieführer bei Leistungshalbleitern für die Elektromobilität. 2018 nutzten 15 der 20 weltweit meistverkauften Elektroautos und Plug-in-Hybride seine Bausteine. Der Chiphersteller verfügt über das breiteste Halbleiterangebot für Elektromobilität: vom einzelnen Chip über diskrete Komponenten, in Leiterplatten eingebettete Chips bis hin zu kompletten Modulen.

Kurzfristige Auswirkungen hat die Kooperation auf keine der beiden Aktien. Sie zeigt aber, dass Infineon von seiner extrem starken Marktstellung profitiert. Impulse für die Aktie kommen derzeit von einer anderen Seite: Die Verhandlungen im Zollstreit zwischen China und den USA sind festgefahren. Volkswirte schlagen Alarm und warnen vor den möglichen Folgen für die Weltwirtschaft. Auch die Infineon-Aktie ist zuletzt wieder zurückgefallen. Von Panik fehlt allerdings noch jede Spur.

Wie viel Negatives im aktuellen Kurs eingepreist ist, ist fraglich. Sicher ist dagegen, dass sich die Aktie zunächst nicht von der allgemeinen Entwicklung des DAX abkoppeln wird. Im Falle einer weiteren Verschärfung im Zollstreit dürfte sich die jüngste Abwärtsbewegung fortsetzen. Auf der anderen Seite wird die Aktie im Falle einer für beide Seiten zufriedenstellenden Einigung mit zu den Top-Gewinnern im heimischen Leitindex zählen.

DER AKTIONÄR hält daher an seinem Fazit fest: Für einen Auf- oder Ausbau einer Position sollten sich risikobewusste Anleger im Bereich zwischen 17,00 und 18,00 Euro gestaffelt positionieren – und die Aktie so gezielt abstauben. Der Rest bleibt vorerst an der Seitenlinie.

Gleiches gilt für die VW-Aktie, die in den letzten Tagen wie auch BMW und Daimler unter der Eskalation im Handelskonflikt zwischen den USA und China gelitten hat. Am Dienstag legt das VW-Papier zwar nach einigen guten News zu. Noch kann allerdings keine Entwarnung gegeben werden. Die nächste Unterstützungszone für die Aktie liegt zwischen 148,50 Euro und 152,50 Euro. Hier können sich Anleger wieder vorsichtig positionieren.

Artikel kommentieren:

Um einen Kommentar zu schreiben, müssen Sie eingeloggt sein.
Sie besitzen noch kein Login? Dann registrieren Sie sich kostenfrei.

  • Es sind noch keine Kommentare vorhanden.

Videos zum Thema:

Der Aktionär TV

Mehr zum Thema: