Hugo Boss Vz.
- Michael Schröder - Redakteur

Hugo Boss ohne Chef: Wird nun auch noch die Dividende zusammengestrichen?

Stimmungstief bei Hugo Boss: Nach der Gewinnwarnung Ende Februar, dem anschließenden Kurssturz der Aktie und dem überraschenden Ausscheiden des Vorstands Claus-Dietrich Lahrs ist die Welt in der schwäbischen Provinz alles andere als in Ordnung. Am Donnerstag gibt es endgültige Zahlen und einen Ausblick. Bereits am Mittwoch tagt der Aufsichtsrat.

Seit Anfang des Monats ist Hugo Boss ohne starken Mann an der Spitze. Bis ein neuer Firmenlenker gefunden ist, müssen sich Finanzchef Mark Langer, Markenvorstand Christoph Auhagen und der für das noch junge Vertriebsressort zuständige Bernd Hake das Amt teilen. Wie lange bleibt das Trio an der spitze? Am morgigen Mittwoch (9. März) tagt bereits der Aufsichtsrat. Dem Vernehmen nach wird vom italienischen Großaktionär Marzotto eine deutsche Lösung favorisiert.

Doch viel wichtiger ist, mit welcher Strategie der Neue die Karre aus dem Dreck ziehen will. Während das Europa-Geschäft weiterhin brummt, setzen dem Konzern die Rabattschlachten in den USA und vor allem die nachlassende Kauflust der Chinesen zu. Hugo Boss hat zu viele Läden, die dazu noch zu wenig Ertrag abwerfen. Die schnell wachsenden Segmente wie Accessoires oder Lifestyle und das Onlinegeschäft wurden zu lange vernachlässigt.

Bei der Überarbeitung der Strategie rückt für den neuen Vorstand angesichts der schwachen Gewinnentwicklung auch die Dividendenpolitik im Fokus. Dank einer zuletzt sehr hohen Ausschüttungsquote stehen für 2015 (noch) rund 3,50 Euro je Aktie im Raum. Daraus resultiert eine Rendite von 6,3 Prozent. Weitere Details zur künftigen Dividendenpolitik und einen Ausblick gibt es dann auf der Bilanzpressekonferenz am kommenden Donnerstag. Spannende Zeiten für Modefans an der Börse. DER AKTIONÄR favorisiert in der Branche derzeit die etwas dynamischere Aktie von Tom Tailor – wird die künftige Strategie bei Hugo Boss aber genau unter die Lupe nehmen.

(Mit Material von dpa-AFX)

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  • henni -
    Hugo Boss will die Dividende unangetastet lassen und eine Einsparung über den cash flow in Höhe von 100 Mio generieren, so der interne Tenor. Außer Acht wird der Bereiche e Commerce und sein nähers Umfeld gelassen. Der weltweite Einstellungsstop ist seit Jahresbeginn weiterhin in Kraft. Grundsätzlich liegen die Probleme aber im weitaus größerem Rahmen als bekannt. Insidern zu folge muss ein neuer CEO grundlegende Positionen neu besetzen. Tendenz 3-4 Jahre Arbeit und Umstrukturierungen stehen an.
  • henni -
    Hugo Boss lässt die Dividene unangetastet und versucht cash flow Einsparungen in Höhe von 100 Mio EUR so der interne Tenor. Auf den Prüfstand kommen alle Bereich außer dem e Commerce. Enbeso sollen 150 Mio in bestehende Stores investiert werden. Die weitere Finanzierung über ca. 450 Mio EUR ist mit einem Bankenkonsortium bereits vor Wochen unter Dach und Fach gebracht worden. Alles in allem soll die Strategie belassen werden. Abzuwarten ist was ein neuer CEO zu den aktuellen Vorgehensweisen zu sagen hat. Das Gesamtpaket muss neu Ausgerichtet werden lt. Insidern.

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