SUNEDISON
- Alfred Maydorn - Redakteur

Größte Solarpleite der Welt – wie steht es um JinkoSolar und SolarEdge?

Noch immer Sommer 2015 wurde der US-Solarkonzern SunEdison an der Börse mit über zehn Milliarden Dollar bewertet. Jetzt steht das ehemals größte Solarunternehmen unmittelbar vor der Pleite, wie das Wall Street Journal berichtet. Die Aktie stürzt im frühen US-Handel um weitere 50 Prozent ab. Was lief falsch bei SunEdison und wie steht es um die anderen Solarkonzerne? 

Schon im März ist die Aktie von SunEdison aufgrund von stark zugenommener Insolvenzgefahr unter die 1-Dollar-Marke gefallen. Jetzt notiert das Papier sogar nur noch bei 0,25 Dollar und die Pleite scheint nicht mehr abwendbar. Informationen des Wall Street Journals zufolge wird der Insolvenzantrag nach Chapter 11 des US-Rechts bereits vorbereitet. 

Elf Milliarden Dollar Schulden

Zuletzt war händeringend versucht worden, mit dem Verkauf von Projekten und der Absage einer teuren Übernahme die sich zuspitzende Finanzsituation zu entschärfen, aber die Schuldenlast von rund elf Milliarden Dollar war einfach zu groß. SunEdison hat seine rasante Expansion fast ausschließlich mit Krediten finanziert und droht jetzt unter der Schuldenlast zusammenzubrechen. 

JinkSolar: Hohe Schulden, aber…

Ist SunEdison ein Einzelschicksal oder droht weiteren Solarfirmen die Pleite? JinkoSolar etwa hat 1,6 Milliarden Dollar Schulden. Davon geht allerdings fast die Hälfte auf das Konto der Solarpark-Tochter JinkoPower und ist mit Solarparks mit einer Gesamtleistung von über einem Gigawatt abgedeckt. Der Wert dieser Solarparks dürfte bei deutlich über einer Milliarde Dollar liegen. Zudem hat JinkoSolar noch rund 650 Millionen Dollar an liquiden Mitteln. Von einer Überschuldung ist das Unternehmen also weit entfernt. 

SolarEdge: Volle Geldspeicher

Noch besser sieht die Bilanz von SolarEdge aus. Der Hersteller von Wechselrichtern ist nicht nur komplett schuldenfrei, sondern verfügt zudem über 162 Millionen Dollar an liquiden Mitteln. Allein im Schlussquartal 2015 hat sich der Cashbestand um weitere fast zwölf Millionen Dollar erhöht. 

Kaum Auswirkungen

Die kurz bevorstehende Pleite von SunEdison dürfte geringe oder sogar gar keine Auswirkungen auf die Aktien von JinkoSolar oder SolarEdge haben, zumal sie schon seit einigen Wochen als nahezu ausgemachte Sache gilt. Die Bilanz von JinkoSolar ist trotz der absolut gesehen recht hohen Schulden durchaus solide, die von SolarEdge ist eine der besten der gesamten Branche. Beide Aktien sind weiterhin kaufenswert. 

Artikel kommentieren:

Um einen Kommentar zu schreiben, müssen Sie eingeloggt sein.
Sie besitzen noch kein Login? Dann registrieren Sie sich kostenfrei.

  • Es sind noch keine Kommentare vorhanden.

Videos zum Thema:

Der Aktionär TV

Mehr zum Thema: