DAX
- Nikolas Kessler - Redakteur

Grexit – oder doch nicht? Spannung fast unerträglich

Trotz intensiver Verhandlungen ist das Treffen der griechischen Regierung mit den Spitzenvertretern der Geldgeber am Donnerstagvormittag ergebnislos zu Ende gegangen. Kurzfristig hatten Aussagen aus griechischen Regierungskreisen für Euphorie gesorgt, wonach einige der Spar- und Reformvorschläge akzeptiert worden seien.

Die Ernüchterung folgte allerdings schnell: Aus EU-Kreisen hieß es, dass sich EU-Kommission, Internationaler Währungsfonds (IWF) und Europäische Zentralbank (EZB) auf eine gemeinsame Position geeinigt hätten, diese hätten die Griechen allerdings nicht akzeptiert. Den Euro-Finanzministern seien bei ihrem Treffen um 13:00 Uhr in Brüssel daher zwei getrennte Entwürfe vorgelegt worden. Die Finanzminister müssen nun entscheiden, welches Eckpunktepapier als Grundlage für die weiteren Gespräche dienen soll. Um 16:00 Uhr beginnt außerdem der Gipfel der Staats- und Regierungschefs. Während EU-Wirtschaftskommissar Pierre Moscovici noch an eine baldige Einigung glaubt, haben sich Eurogruppen-Chef Dijsselbloem und Finanzminister Schäuble wenig hoffnungsvoll geäußert.

Notkredite laufen weiter

Wie die Nachrichtenagentur Bloomberg berichtet, stützt die EZB das griechische Bankensystem auch weiterhin mit Notkrediten. Das maximale Volumen der ELA-Nothilfen für die Banken sei unverändert geblieben, ein genauer Betrag wurde allerdings nicht genannt. Zuletzt soll das Niveau bei knapp 90 Milliarden Euro gelegen haben. Aus Angst vor der Staatspleite heben Verbraucher und Unternehmen in Griechenland massenhaft Geld von ihren Bankkonten ab, um es ins Ausland zu transferieren oder als Bargeld zu horten. Dieses Geld fehlt den Banken in ihrem Tagesgeschäft. Von der herkömmlichen Refinanzierung über die EZB sind die griechischen Institute weitgehend abgeschnitten.

Unsicherheit steigt wieder

Der DAX hat am Donnerstag nur kurzzeitig positiv auf die jüngsten Aussagen im griechischen Schuldenstreit reagiert. Nach einem Sprung bis auf 11.594 Punkte scheint die Unsicherheit am deutschen Aktienmarkt nun wieder zu wachsen. Zwischenzeitlich ist der DAX wieder unter die Marke von 11.500 Punkten gerutscht.

(Mit Material von dpa-AFX)

Artikel kommentieren:

Um einen Kommentar zu schreiben, müssen Sie eingeloggt sein.
Sie besitzen noch kein Login? Dann registrieren Sie sich kostenfrei.

  • Es sind noch keine Kommentare vorhanden.

Videos zum Thema:

Der Aktionär TV

Mehr zum Thema:

| Thomas Bergmann | 0 Kommentare

Schlafwagenbörse - schlechtes Zeichen für den DAX?

Aus Trader-Sicht ist der DAX ein einziges Trauerspiel. Seit beinahe zwei Monaten pendelt das wichtigste deutsche Aktienbarometer zwischen 12.500 und 12.900 Punkten - zuletzt hat sich die Range noch enger zusammengezogen. Anleger müssen wahrscheinlich noch etwas geduldig sein, bis ein stärkerer Move … mehr
| DER AKTIONÄR | 0 Kommentare

Einfach reich? So geht es! Wie Sie entspannt an der Börse ein Vermögen aufbauen +++ Amazon.com - Frontalangriff: Jeff Bezos schnappt sich Whole Foods +++ FANG-Aktien: Das Ende der Party bei Facebook und Co?

Entspannt an der Börse ein Vermögen aufbauen geht nicht? Von wegen! Seit 1982 haben Aktien im Schnitt eine Rendite von 9,5 Prozent pro Jahr erzielt. Wie viel Überzeugungsarbeit muss eigentlich noch geleistet werden, damit Aktien endlich nicht mehr als Teufelszeug, sondern als gute Altersvorsorge, … mehr
| Thomas Bergmann | 1 Kommentar

Ölpreis-Schock - DAX-Crash voraus?

Die Freude über ein neues Allzeithoch beim DAX ist schon wieder Geschichte. Stattdessen besteht die Gefahr, dass der deutsche Leitindex die Marke von 12.700 Punkten wieder unterschreitet. Auslöser des jüngsten Rücksetzers ist ein stark fallender Ölpreis, was wiederum Konjunkturängste schürt. mehr