Gold
- Markus Bußler - Redakteur

Goldman Sachs: Bullish für Gold - zum ersten Mal seit fünf Jahren

Es ist eine kleine Überraschung: Die US-Investment-Bank Goldman Sachs wechselt bei Gold in das bullishe Lager – und das zum ersten Mal seit nunmehr fünf Jahren. Als Begründung: Die Gefahren einer Korrektur des Akienmarktes würden wachsen und die Inflation Fahrt aufnehmen.

Goldman Sachs erklärt zwar, dass eine bullishe Einstellung zu Gold in einem Umfeld steigender Zinsen eigentlich nicht passe. Doch man habe empirische Erhebungen durchgeführt und herausgefunden, dass Gold in vier der letzten sechs Zinsanhebungszyklen outperformt habe. Das sollte aber allen Anlegern bereits geläufig sein.

Der Aktienmarkt muss nicht crashen

Nun muss man nicht gleich zum Goldman-Sachs-Fan werden, um der Argumentation zumindest ein bisschen was Wahres abzugewinnen. Die Inflation scheint tatsächlich Fahrt aufzunehmen. Insbesondere der Blick auf den Ölpreis suggeriert, dass wir von der Inflationsseite noch einiges erwarten können. Ob wir tatsächlich eine größere, länger anhaltende Korrektur bei den Aktienmärkten sehen? Vermutlich nicht – zumindest noch nicht. Dennoch wachsen natürlich die Gefahren allmählich an. Übrigens: Hätte Goldman Sachs die empirische Studie nicht alleine auf Gold und Zinsen beschränkt, sondern auch noch auf Gold und Aktien ausgeweitet, dann hätten die Analysten gesehen, dass Gold und Aktien sehr häufig gemeinsam in eine Richtung laufen. Einer großen Korrektur des Aktienmarktes bedarf es nämlich nicht, damit Gold gut performt.

Gold hat sich mittlerweile – und das doch weitgehend unbemerkt vom Mainstream – wieder an sein Ausbruchsniveau herangearbeitet. Der wichtige und markante Widerstandsbereich liegt nach wie vor bei 1.360/1.375 Dollar. Gelingt es, diesen Bereich zu überwinden, dann wird das Chartbild rasch bullisher und es winken auf mittlere Sicht Kurse von 1.500 Dollar. Dort freilich dürften die Bullen auf eine schwere Bastion der Bären treffen. Und dort wird sich entscheiden, wo die Reise langfristig hingeht. Doch dazu mehr, wenn es wirklich so weit ist.

Dieser Text erschien in leicht abgewandelter Form bereits im Goldtelegramm. Für das Goldtelegramm können Sie sich kostenlos auf www.goldfolio.de anmelden.

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