- Markus Bußler - Redakteur

Gold: Und der Schuldige ist …

Man soll ja nicht alte Wunden wieder aufreißen. Aber 2013 war, um es kurz zu machen, für Goldanleger ein Jahr zum vergessen. Der Goldpreis verlor knapp 30 Prozent an Wert. Und selbst die großen Goldoptimisten warfen zuletzt das Handtuch. Gründ wurden viele genannt. Doch könnte es sein, dass die Bundesbank der Auslöser für den Goldpreisrutsch gewesen ist?


Sie erinnern sich vielleicht: Vor zwei Tagen hatten wir an dieser Stelle auf das Interview mit Bundesbank-Präsident Jens Weidmann in der Bild verwiesen. Er erklärte, dass die Bundesbank mittlerweile 37 Tonnen des im Ausland gelagerten Goldschatzes (insgesamt mehr als 2.000 Tonnen) nach Deutschland zurückgeholt hat. In diesem Artikel wiesen wir bereits daraufhin, dass es äußerst seltsam ist, dass angeblich einige Barren aus Sicherheitsgründen eingeschmolzen werden mussten. Damit konnte schlicht und ergreifend nicht mehr festgestellt werden, ob es sich tatsächlich um die Barren handelt, die einst in New York und Paris eingelagert worden sind.

Musste das Gold neu besorgt werden?

Bei Goldexperten kursiert schon lange eine Frage: Ist das Gold, das Deutschland im Ausland lagert, überhaupt noch vorhanden? Die geringe Menge, die bislang nach Deutschland zurückgeliefert worden ist in Verbindung mit dem seltsamen Einschmelzen gibt der Theorie Auftrieb, dass das Gold jetzt erst wieder beschafft werden muss. Und dass diejenigen, die es in so einem Fall beschaffen müssten (die USA) kein allzu hohes Interesse daran hätten, dies zu hohen Preisen zu tun, dürfte auf der Hand liegen.

Gestern Abend habe ich zufällig auf der Facebook-Seite der Kollegen des Goldreports einen interessanten Chart dazu gefunden, den ich Ihnen nicht vorenthalten möchte. Hannes Huster stellt die nicht ganz unberechtigte Frage: War eventuell die Ankündigung der Bundesbank, das Gold nach Deutschland zurückzuholen der Auslöser für die schlechte Performance von Gold im vergangenen Jahr? Anders ausgedrückt: War die FED überrascht von der Rückholaktion und bediente sich Banken wie JPMorgan oder auch Goldman Sachs um mit deren Hilfe das Gold günstiger zu beschaffen? Lässt sich deshalb eventuell JPMorgan das Gold seit Neustem an der Comex physisch ausliefern? Im Dezember hatte die US-Großbank nämlich über 5.000 Kontrakte zur Auslieferung in physischem Gold gestellt. Gegenwert: Über 600 Millionen Dollar.

Freilich: Ein Beweis dafür lässt sich nicht erbringen. Aber wenn man einen Schritt zurückgeht und einen Blick auf das große Bild wirft, dann sprechen doch einige Argumente für eine große Goldverschwörung. Und vielleicht hat die Bundesbank selbst mit ihrer Ankündigung, das Gold nach Hause zurückholen zu wollen – ungewollt – den Rutsch ausgelöst. Und damit die eigenen Goldreserven entwertet.

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