Gold
- Markus Bußler - Redakteur

Gold: Jetzt wieder abwärts?

Der Goldpreis hat in den vergangenen Tagen deutlich zulegen können. Doch offensichtlich trauen viele Investoren diesem Aufwärtstrend nicht. Die großen Gold-ETCs haben jedenfalls im März mit starken Abflüssen zu kämpfen. Markit Research meldet, dass sie sich die Abflüsse bislang auf 1,8 Milliarden Dollar summieren. Alleine der GLD meldet Abflüsse von einer Milliarde Dollar im März.

Allerdings muss man diese Zahlen auch ins richtige Verhältnis setzen. Als Gold Anfang des Jahres gestiegen ist, verzeichneten die ETCs starke Zuflüsse. Anfang des Jahres spülte die kurze Hausse den ETCs rund 3,4 Milliarden Dollar in die Kassen. Betrachtet man den Zeitraum der letzten zwölf Monate, so haben sich die Abflüsse nach Recherchen des Magazins Barron´s auf 3,5 Milliarden Dollar summiert. Das sind rund 5,7 Prozent der 63 Milliarden, die von den ETFs gemanagt werden.


Dynamik der Abflüsse lässt deutlich nach


So weit zu den Zahlen. Was sagen uns diese Zahlen jetzt? Zunächst einmal haben die Abflüsse stark nachgelassen. Wer sich erinnert: 2013 mussten Gold-ETCs Abflüsse von 800 Tonnen Gold verbuchen. Das Tempo hat sich deutlich verlangsamt. Aber von einem Interesse an Gold kann sicher nicht die Rede sein. Das wiederum lässt Gold zumindest aus antizyklischer Sicht wieder interessant erscheinen. Großinvestoren – und sie sind es vor allem, die ETCs als Spekulationsobjekt nutzen – handeln vornehmlich prozyklisch. Die Abflüsse der vergangenen Wochen haben deshalb viel mit dem starken Abverkauf bei Gold Anfang des Monats zu tun. Sollte Gold in den kommenden Wochen weiter nach oben klettern, dann werden auch die Zuflüsse zu den ETCs wieder zunehmen.

Die Abflüsse und Zuflüsse bei ETCs taugen meines Erachtens vor allem aus antizyklischer Sicht zur Betrachtung des Goldpreises. Sie sind in dieser Größenordnung sicher nicht preisbestimmend. Es sind vor allem institutionelle Investoren, die sich der ETCs zum spekulieren bedienen. Und die handeln in aller Regel prozyklisch. Das sieht man übrigens auch an der Comex. Die Positionen der großen Fonds und die der Commercials verlaufen meist gegensätzlich.

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