- Markus Bußler - Redakteur

Gold: Immer wieder Tapering - ein endloses Märchen

Der Goldpreis musste im gestrigen Handel einen Rücksetzer verkraften. Gründe sind auf den ersten Blick nicht ersichtlich. Vielmehr hat die Krise einiger Emerging Markets-Währungen in den Tagen vorher zu einer Flucht in Gold geführt. Doch wieder einmal sorgt das Tapering-Gespenst für Unruhe auf dem Goldmarkt.

Schrittweise will die US-Notenbank aus ihrem Anleihekaufprogramm aussteigen. Im Dezember hat die FED beschlossen, die Anleihekäufe um zehn Milliarden Dollar auf 75 Milliarden zu reduzieren. Nun sollen, so die Ambition der Notenbank, weitere Reduzierungen um zehn Milliarden bei jedem FED-Treffen erfolgen.

Zehn-Wochen-Hoch

Gestern erreichte der Goldpreis mit 1.280,10 Dollar den höchsten Stand seit dem 18. November. Das Volumen lag nach Angaben von Bloomberg 43 Prozent über dem Durchschnitt der letzten 100 Tage. Anschließend ging es aber wieder bergab. Angeblich wegen Tapering.

Das ist interessant – oder anders ausgedrückt: Der Argumentation kann ich nicht folgen. Seit Tapering – endlich – offiziell bekannt gegeben worden ist, ging es mit dem Goldpreis nach oben. Die Ungewissheit war aus dem Markt. Und mehr und mehr setzte sich die Erkenntnis durch, dass die Nachfrage nach physischem Gold nicht mehr von den USA sondern vielmehr von Asien bestimmt wird. Dass jetzt wieder Tapering als Grund für einen Rücksetzer angeführt wird, ist wohl darauf zurückzuführen, dass niemand genau erklären kann, woher der gestrige Rücksetzer kam. Vielmehr gibt es an der Comex noch immer Kräfte, die den Goldpreis drücken wollen. Ob dies gelingt? Das werden die nächsten Wochen zeigen. Doch Tapering ist ganz sicher nicht der Grund für den gestrigen Rücksetzer.

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