- Markus Bußler - Redakteur

Gold: Die nächste Runde im Tapering-Märchen

Die Aktienmärkte haben gestern zum Rebound angesetzt. Und Gold hielt sich vergleichsweise gut. Doch es waren letztlich Äußerungen eines Mitglieds der FED, die Gold dennoch auf Talfahrt geschickt haben. Richard Fisher warnte vor den Käufen von US-Staatsanleihen durch die FED. Er forderte daher, Tapering weiter fortzuführen. Sprich: Der Ausstieg aus der lockeren Geldpolitik soll trotz schwacher Arbeitsmarktdaten weitergehen.

Die Investoren sähen die Dinge aufgrund der Liquiditätsschwämme wie durch eine „Bier-Brille“. Die Wirtschaft sähe dadurch besser aus, als sie in Wirklichkeit sei. „Die Dinge sehen oft besser aus, wenn man unter dem Einfluss der schier endlosen Liquidität steht“, sagte Fisher. Daher müsse man die Reduzierung der Anleihekäufe fortführen – selbst wenn das zu einer Korrektur an den Aktienmärkten führen würde. Der komplette Ausstieg sollte zum frühest möglichen Zeitpunkt geschehen. Fisher sah auch ein erhöhtes Inflationsrisiko, sollten die Anleihekäufe fortgesetzt werden.

Gold fällt zehn Dollar

Der Markt nahm dies zum Anlass, um Gold rund zehn Dollar in die Tiefe zu schicken. Das Tapering-Gespenst wurde schon in der Vergangenheit ins Feld geführt, wenn es darum geht, die Talfahrt bei Gold zu erklären. Immerhin, so die Argumentation, sinkt durch das Tapering die Gefahr von Inflation. Und Gold sei vor allem deshalb gestiegen, weil das Edelmetall eben ein klassischer Inflationsschutz sei. Zudem werde dem Markt weniger Geld zur Verfügung gestellt – was eben auch weniger Käufe bei Gold bedeuten würde.

So weit, so gut. Nun haben wir an dieser Stelle schon mehrfach drüber gesprochen, dass die Nachfrage nach physischem Gold in den USA nur noch einen sehr geringen Anteil an der Weltnachfrage hat (etwa sieben Prozent). Tapering dürfte daher so gut wie keine Auswirkungen auf den physischen Goldmarkt haben. Der wird längst von den Schwellenländern, allen voran von China und Indien, bestimmt. Doch Tapering wird gerne als Argument genommen, um über den Terminmarkt Papiergold zu verkaufen. Doch anders als im vergangenen Jahr, ziehen solche Dellen beim Goldpreis, wie sie gestern zu sehen gewesen sind, keine Anschlussverkäufe mehr nach sich. Dies ist ein weiteres Zeichen dafür, dass die schwachen Hände den Markt verlassen haben. Gold könnte damit zumindest vor einer Stabilisierung stehen.

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