Gold
- Markus Bußler - Redakteur

Gold: Der Tag danach …

Der Goldpreis ging gestern mit einem dicken Minus aus dem Handel. Einmal mehr erscheint die Bewegung mehr als fragwürdig. Einmal mehr wurden gleich zu Handelsbeginn mehrere Millionen Unzen Papiergold unlimitiert verkauft. Einmal mehr knickte der Goldpreis gleich zu Beginn des Comex-Handels ein.

Gewinnmitnahmen?

Natürlich wurden wieder Gründe gefunden, weshalb der Goldpreis eingebrochen ist: Die Entspannung auf dem portugiesischen Finanzsektor soll es gewesen. Und es tauchte natürlich auch das Argument auf, das immer auftaucht, wenn man eine Bewegung nach unten logisch kaum erklären kann: Gewinnmitnahmen. Goldanleger, die schon etwas länger auf dem Markt aktiv sind, kennen das Spiel schon – und auch das Muster. Weshalb an solchen Tagen gleich zu Beginn des Handels ein derart hohes Handelsvolumen verzeichnet wird, kann freilich keiner erklären.

Es gibt Hoffnung

Aber halten wir uns nicht mit der Vergangenheit auf. Trotz allen Ermittlungen in Sachen Goldpreismanipulation ändert sich die Praxis nämlich anscheinend nicht. Im Gegenteil: Gestern wurden bereits Vergleiche mit dem Goldpreisrcrash im April vergangenen Jahres angestellt. Damals brach der Goldpreis über drei Tage hinweg um mehrere hundert Dollar ein. Doch die Goldbullen können hoffen, dass es diesmal anders ist. Und das hat Gründe:

1. Der Goldpreisrutsch zu Handelsbeginn zog keine nennenswerten Anschlussverkäufe nach sich. Sprich: Der Goldpreis ging in etwa dort aus dem Handel, wo er auch zu Beginn des Handels stand.

2. Die Minenaktien gerieten zwar unter Druck. Doch im Großen und Ganzen kam es zu keinen panikartigen Verkäufen wie noch im April vergangenen Jahres. Der HUI konnte sich vergleichsweise gut behaupten.

3. Der Silberpreis gab nicht überproportional nach. Noch vor einem Jahr hätte ein Goldpreisrutsch von 2,5 Prozent wohl einen Silberpreisrutsch von 5,0 Prozent nach sich gezogen. Doch diesmal gaben Gold und Silber prozentual in etwa gleich nach.

4. Heute ist der Handel vergleichsweise ruhig. In Asien und Europa kommt es zu keinen panikartigen Verkäufen bei Gold.

Noch ist die Lage nicht überstanden. Doch es deutet sich an, dass sich der April 2013 nicht wiederholt. Zwar gibt es Parallelen, insbesondere mit Blick auf die Positionierung der kommerziellen Händler an der Comex. Doch diese Positionierung muss nicht zwangsläufig zu einem Crash führen. Zudem dürfte es spannend werden, wie viele Händler mit dem Kursrutsch von gestern ihre Short-Positionen bereits wieder eingedeckt haben.

DER AKTIONÄR rät angesichts der wackeligen Situation nicht zu Goldinvestments in hochspekulativen Optionsscheinen. Doch bei der einen oder anderen Minenaktie lohnt sich ein genauer Blick. B2Gold, Goldcorp oder auch Detour Gold sind dabei die Favoriten.

Artikel kommentieren:

Um einen Kommentar zu schreiben, müssen Sie eingeloggt sein.
Sie besitzen noch kein Login? Dann registrieren Sie sich kostenfrei.

  • Es sind noch keine Kommentare vorhanden.

Videos zum Thema:

Der Aktionär TV

Mehr zum Thema:

| Markus Bußler | 0 Kommentare

Goldexperte Bußler: Haben wir das Tief gesehen?

Der Goldpreis kam in der laufenden Woche deutlich unter Druck. Vor allem der Verfall von Optionen an den Terminmärkten belastete den Goldpreis. Dazu sorgte auch ein steigender Dollar dafür, dass der Goldpreis nicht zu einer Erholungsrallye ansetzen konnte. Dennoch: Mittlerweile ist Gold … mehr
| Markus Bußler | 0 Kommentare

Gold: Schock, Einbruch – alles aus?

Der größte Kursverlust seit November 2016. Der Goldpreis ist am Freitag deutlich unter Druck gekommen, riss alle wichtigen Unterstützungen und ist auf ein neues Jahrestief gefallen. Anleger reagieren panisch und resignieren. „Das war´s.“ Warum eigentlich? mehr
| Markus Bußler | 0 Kommentare

Goldexperte Bußler: Ein hartes Stück Arbeit

Die Zinsen steigen, der Dollar steigt – und dennoch versucht sich Gold am Ausbruch. Im ersten Versuch sind die Bullen am Donnerstag gescheitert. Doch noch ist nichts verloren. Gold scheint allen Unkenrufen zum Trotz nach oben ausbrechen zu wollen. Derzeit tobt ein harter Kampf zwischen Bullen und … mehr
| Markus Bußler | 0 Kommentare

Gold: Sind Sie bereit?

Nur noch wenige Stunden, dann wird die Fed ihren Zinsentscheid bekannt geben. Die Zinsen sollten um einen Viertel Prozentpunkt steigen. Davon gehen 95 Prozent der Marktteilnehmer aus. Interessanter dürfte werden, welche Haltung die US-Notenbank mit Blick auf die weitere Zinsentwicklung einnimmt. mehr