Gold
- Markus Bußler - Redakteur

Gold: China auf der Überholspur?

Offiziell sind die Goldbestände der chinesischen Zentralbank seit Jahren unverändert bei 1.054 Tonnen. Experten jedoch vermuten, dass China hinter den Kulissen weiter Gold kauft. Jetzt erhalten diese Gerüchte neue Nahrung. So soll China möglicherweise sogar Bestrebungen haben, in Sachen Goldbestände zu überholen. Die USA verfügen derzeit über 8.135 Tonnen Gold – und sind damit weltweit führend.


Der frühere US-Notenbankchef Alan Greenspan hat sich jetzt in diese Richtung geäußert. Er sagte, die Chinesen könnten Gold kaufen, um die USA als das Land mit den größten Goldreserven abzulösen. In seinem neusten Artikel mit dem Namen „Gold Rule – Beijing is Buying“ erklärt Greenspan, weshalb Gold für die Chinesen derart attraktiv ist. Seiner Ansicht nach stellt Gold einen universellen Wert dar, den der US-Dollar nicht ersetzen kann. Wenn China auch nur einen Teil seiner vier Billionen Dollar an Fremdwährungen in Gold tauschen würde, dann wäre es nach Ansicht Greenspans ein Leichtes, die USA zu überholen. Das würde die Bedeutung der chinesischen Währung im Weltfinanzsystem deutlich erhöhen.

Glaubwürdigkeit des Renminbi erhöhen


Ähnlich sieht das übrigens Song Xin, Präsident der China Gold Association. Er erklärt, China sollte 8.500 Tonnen Gold als offizielle Währungsreserve kaufen. Und damit die USA überholen. Gold sei Geld „par excellence“. Eine solche Goldreserve würde den Renminbi im internationalen Währungssystem eine neue Rolle zukommen lassen. Nicht zuletzt die Glaubwürdigkeit der Währung würde unter einer solchen Goldmenge deutlich steigen.


Auch DER AKTIONÄR ist der Meinung, dass China auf der Käuferseite auftreten wird. Es wäre nicht das erste Mal, dass China quasi über Nacht die Goldreserven erhöht. Damals bediente sich China eines Staatsfonds, der offiziell nichts mit der Zentralbank zu tun hatte, um verdeckte Goldkäufe durchzuführen. Und meldete dann über Nacht eine Verdopplung der Goldreserven. In der Tat dürften deutlich höhere Goldbestände der chinesischen Währung zu einer größeren Bedeutung im Weltfinanzsystem verhelfen. Und das wiederum dürfte in den USA auf wenig Gegenliebe stoßen.

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