Gilead
- Michel Doepke - Redakteur

Gilead: Ärger in Großbritannien – Management unter Druck

Der 28. August 2018 ist für die europäische Krebsforschung ein ganz besonderer Tag gewesen. Sowohl Novartis als auch Gilead haben für die ersten CAR-T-Zelltherapien überhaupt grünes Licht zur Behandlung spezieller Blutkrebsarten erhalten. Doch den Amerikanern droht nun Ungemach aus Großbritannien. Das National Institute for Health and Care Excellence (NICE) stellt sich quer – die Therapie sei zu teuer.

Herber Dämpfer

Lediglich einen Tag nach der EU-Zulassung verweigern die britischen Behörden der Therapie Yescarta den Zugang zum National Health Service (NHS). In den USA kostet die CAR-T-Zelltherapie pro Behandlung 373.000 Dollar. Zum Vergleich: Die konkurrierende Novartis-Therapie Kymriah schlägt mit 475.000 Dollar zu Buche. Möglicherweise lässt das NICE diese Therapieoption ebenfalls nicht zum Vertrieb über den NHS zu. Dies sei aktuell in Prüfung.

Anleger bleiben an der Seitenlinie

DER AKTIONÄR rät seit geraumer Zeit von einem Einstieg bei Gilead ab. Nach wie vor schwächelt das Hepatitis-C-Geschäft, im HIV-Bereich sitzt die Konkurrenz in Form von GlaxoSmithKline im Nacken. Auch die Übernahme von Kite Pharma, aus dem die Krebsimmuntherapie Yescarta hevorgegangen ist, konnte die hohen Erwartungen bislang nicht erfüllen. Mögliche Impulse erhofft sich DER AKTIONÄR indes vom heißen Forschungsbereich der nicht-alkoholisch bedingten Fettleber (NASH). Kann Gilead in diesem Segment punkten oder lukrative Deals knüpfen, überdenkt DER AKTIONÄR seine aktuelle Einschätzung. Seitenlinie!

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