GFT Technologies
- Michael Schröder - Redakteur

GFT Technologies: Comeback oder Strohfeuer - das sollten Anleger jetzt wissen!

Frische Zahlen für das abgelaufene Geschäftsjahr, keine weitere Gewinnwarnung und ein solider Ausblick auf 2018 sorgen bei GFT Technologies für deutliche Kursaufschläge. Sehen wir hier die Basis für eine Erholung nach der mehrmonatigen Talfahrt?

GFT Technologies hat die Anleger heute mit ersten Zahlen für 2017 versorgt: Demnach liegt der Konzernumsatz ein Prozent unter dem Vorjahreswert. Das Ergebnis ist durch einmalige Sondereffekte beeinflusst. Die Umsetzung innovativer IT-Projekte führte in Spanien zu signifikanten Steuererstattungen und damit zu einem deutlich höheren Konzernjahresüberschuss. Im Segment Continental Europe war die Nachfrage nach Digitalisierungslösungen bei Retailbanken unverändert hoch. In Teilen kompensierte dies den Umsatzrückgang aufgrund der umfassenden Sparmaßnahmen zweier Großkunden im Investment Banking. Die daraus resultierende Neuausrichtung des Geschäftsbereichs Americas & UK wurde im vergangenen Jahr erfolgreich abgeschlossen. Die wichtigsten Zahlen im Überblick:

Mit den vorläufigen Zahlen hat die Gesellschaft die im Vorjahr mehrfach gesenkte Prognose am Ende erreicht. „Wir haben uns in den USA und Großbritannien neu aufgestellt, unsere Technologiekompetenz intensiviert und das Angebotsportfolio für diese Länder um Retail-Banking-Lösungen erweitert. Dass wir bereits im vierten Quartal unseren Konzernumsatz gegenüber dem Vorquartal steigern konnten, zeigt, dass die getroffenen Maßnahmen greifen und wir auf dem richtigen Weg sind", so GFT-Vorstand Marika Lulay.

Der Vorstand spricht von einem guten Start ins neue Jahr und erwartet daher wieder einen Ergebnisanstieg. Das EBITDA soll mindestens 39 Millionen Euro (2017: 34,3 Millionen Euro) betragen. Beim Umsatz geht GFT von einem Wert zwischen 400 und 420 Millionen Euro aus (2017: 418,8 Millionen Euro). 2018 könnte nach 0,47 Euro im abgelaufenen Jahr ein Gewinn je Aktie von mehr als 0,60 Euro zu Buche stehen.

"Neben dem Ausbau der Banken- und Versicherungskunden werden wir das laufende Jahr nutzen, um konsequent auch verschiedene Industriebereiche zu adressieren", so Lulay. Mit Industriekunden werden 2018 erste Umsätze im mittleren einstelligen Millionenbereich erwartet. Weitere Wachstumstreiber sind im Speziellen Projekte basierend auf Blockchain, Cloud, Data Analytics sowie künstlicher Intelligenz. "Wir sind zuversichtlich, in diesem Jahr bereits 25 Prozent des Konzernumsatzes mit neuen Technologien zu erzielen. Dies entspricht einer Steigerung um 50 Prozent gegenüber dem Vorjahr."

GFT Technologies hat aus der Vergangenheit gelernt und stellt sich breiter auf. Auf Basis des aktuellen Zahlenwerks scheint die Gesellschaft auf einem guten Weg zu sein, die Talsohle nachhaltig zu verlassen. Der Einstieg in das Geschäft mit den Industriekunden, vor allem aber die Megatrends Blockchain, Cloud und künstliche Intelligenz sorgen für viel Fantasie. Nimmt die zuletzt stark gedämpfte Investitionsbereitschaft der Kunden im „Investment Banking“ wieder zu, dürfte GFT mit einer weiterhin soliden Nachfrage im „Retail Banking“ in den kommenden Jahren wieder zurück auf den Wachstumspfad finden.

Die GFT-Aktie hat vom Hoch im Dezember 2015 rund 65 Prozent an Wert verloren und zählte auch im Vorjahr zu den größten Verlierer im TecDAX. In den letzten Wochen konnte sich die Aktie im Bereich um elf Euro stabilisieren. Die Chance auf ein Comeback ist gegeben. Allerdings darf sich der Vorstand keinen Fehltritt mehr erlauben, sonst wäre das letzte Vertrauen verspielt. Der Ausblick scheint daher auch bewusst konservativ. Anleger, die auf Basis der aktuellen Daten auf eine nachhaltige Trendwende spekulieren wollen, setzen bei Kursen um zwölf Euro einen ersten Fuß in die Tür.

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