Gerry Weber
- Bianca Wirth - Jungredakteurin

Gerry Weber mit Gewinneinbruch – Sparprogramm belastet

Umsatzrückgang, Stellenabbau und Geschäftsschließungen – gute Nachrichten hören sich anders an. Die Aktie von Gerry Weber notierte nach Bekanntgabe der Halbjahreszahlen 2015/16 deshalb auch nur kurzzeitig im grünen Bereich, bevor sie ins Minus drehte.

Gerry Weber hat heute seinen Halbjahresbericht des Gesamtjahres 2015/16 (bis 31.10.2016) veröffentlicht. Vorweg: Der Modeschneider aus Halle schließt planmäßig ab und macht erste Fortschritte bei der Neuausrichtung. Dennoch hat das Unternehmen mit sinkenden Umsätzen und Gewinnen zu kämpfen. Das EBIT brach im ersten Halbjahr 2015/16 von 36,2 Millionen Euro auf 8,4 Millionen Euro ein. Der Überschuss sank um über 85 Prozent auf drei Millionen Euro. Zwar stieg der Umsatz um 2,5 Prozent auf 443,6 Millionen Euro – dieses Wachstum verdankt Gerry Weber einzig und allein seiner Tochtergesellschaft Hallhuber. Während diese ihren Umsatz um fast 23 Prozent steigert, verbucht das Kerngeschäft mit den Marken Gerry Weber, Taifun und Samoon ein Minus von fast zwölf Prozent auf 352 Millionen Euro.

"FIT4GROWTH" verläuft nacht Plan

Nach der rasanten Expansion der vergangenen Jahre versucht Vorstandschef Ralf Weber mit seinem Umbau- und Sparprogramm „FIT4GROWTH“ den Konzern wieder auf Kurs zu bringen. Bis Ende April wurden bereits 21 Geschäfte geschlossen. 82 sollen noch folgen. Außerdem wird jeder zehnte der rund 7.000 Arbeitsplätze wegfallen. „Ziel ist es, unsere Gerry Weber Gruppe wieder auf den Erfolgspfad zurückzuführen. Wir wollen und werden nach der Umsetzung des Programms wieder nachhaltig und profitabel wachsen“, erklärte Weber. Er wisse, dass diese Maßnahmen die Umsatz- und Ertragslage des Konzerns in diesem und im folgenden Geschäftsjahr vorübergehend belasten werde.

Für dasGesamtjahr 2015/16 bestätigt Gerry Weber die Prognose. Sowohl Umsatz als auch Gewinn dürften zurückgehen. Der Umsatz wird bei 890 bis 920 Millionen Euro erwartet – im Vorjahr waren es noch 920,8 Millionen Euro. Das EBIT soll nach 79 Millionen Euro im Vorjahr zwischen 10 und 20 Millionen Euro liegen.

Kurz nach Bekanntgabe der Zahlen notierte die Aktie von Gerry Weber mit fast drei Prozent im grünen Bereich – drehte aber kurz darauf wieder ins Minus. Insgesamt haben die Papiere seit März 2014 über 70 Prozent eingebüßt. Nur wer mutig ist, steigt jetzt ein und spekuliert auf ein Comeback. Stopp bei 9,00 Euro setzen.

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