Gerry Weber
- Maximilian Völkl

Gerry Weber: Große Skepsis – Aktie stürzt ab

Ein enttäuschender Ausblick und eine niedriger als erwartete Dividende. Für Gerry-Weber-Aktionäre war die Bilanzpressekonferenz am Donnerstag absolut ernüchternd. Mit einem deutlichen Minus trägt die Aktie deshalb auch die rote Laterne im MDAX.

Bereits seit Ende Januar ist bekannt, dass der Umsatz im abgelaufenen Geschäftsjahr bei 852 Millionen Euro stagnierte. Das EBIT zog leicht auf 71,4 Millionen Euro an. Enttäuschung hingegen bei der Dividende: Statt der erwarteten 0,79 Euro schüttet Gerry Weber nur 0,75 Euro je Aktie an seine Anleger aus. Nach dem Kurssturz entspricht dies immerhin einer Dividendenrendite von 2,2 Prozent.

Schwache Prognose

Stärker wurde der Kurs allerdings vom skeptischen Ausblick auf das Geschäftsjahr 2014/ 2015 belastet. Der Konzern warnte vor vielen Risiken wie etwa niedriger Kundenzahlen, dem Rückgang der Großhandels-Verkaufsflächen und der Krise in Russland. Bereits im vergangenen Geschäftsjahr litt der Modekonzern unter der warmen Witterung in Herbst und Winter. Im neuen Jahr soll der Umsatz dank der kürzlich erfolgten Hallhuber-Übernahme zwar auf 970 Millionen bis eine Milliarde Euro steigen. Ohne Hallhuber peilt der Konzern jedoch nur Erlöse in Höhe von 860 bis 880 Millionen Euro an. Das Ziel liegt damit noch unter der ursprünglich bereits für das abgelaufene Geschäftsjahr 2013/14 anvisierten Marke von 900 Millionen Euro Umsatz. Im vergangenen November hatte das Management jedoch eingeräumt, das Ziel zu verfehlen.

Kein Ausbruch

Die Gerry-Weber-Aktie hängt weiterhin in der langfristigen Seitwärtsbewegung fest. Nach dem deutlichen Rücksetzer ist der Ausbruch wieder in weite Ferne gerückt. Für den AKTIONÄR zählt der MDAX-Titel im starken Marktumfeld dementsprechend weiterhin nicht zu den Favoriten.

(Mit Material von dpa-AFX)

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