Gazprom
- Thorsten Küfner - Redakteur

Gazprom dreht nun doch am Gashahn

Der russische Gasriese Gazprom hat die Lieferungen von Erdgas an die Staaten der Europäischen Union etwas gedrosselt. So erhielt Polen nach Angaben des Versorgers PGNiG nun an zwei aufeinanderfolgenden Tagen 20 bis 24 Prozent weniger Gas als eigentlich bestellt wurde. Gazprom rechtfertigte diesen Schritt mit der Begründung, dass man sich nun allmählich auf den harten russischen Winter vorbereiten müsse. So sollen an einigen Pieplines Instandhaltungsarbeiten durchgeführt worden sein, was zu einer geringeren Lieferung geführt habe. Polen habe indes sehr gut gefüllte Gasspeicher, weshalb das Land die geringere Liefermenge ohne Probleme verkraften werde.

Der Hauptgrund dafür, dass gerade Polen weniger russisches Erdgas erhält, während andere größere Abnehmer nach wie vor die gleiche Menge wie zuvor erhalten, hat aber wohl auch einen anderen Grund: Polen leitet einen Teil des russischen Erdgases an die Ukraine weiter. Da die Ukraine selbst wegen unbezahlter Rechnungen von Gazprom kein Gas mehr erhält (der Gas-Transit durch die Ukraine hindurch läuft hingegen weiterhin normal weiter), war dieser Re-Export den Russen offenbar ein Dorn im Auge. Schleißlich sinkt dadurch natürlich der Druck auf die Ukraine, die ausstehenden Rechnungen doch noch zu begleichen.

Kein Grund zur Panik

Obwohl Russland nun womöglich wieder etwas die Muskeln spielen lässt, ist eher nicht zu befürchten, dass Gazprom den Ländern der Europäischen Union bald deutlich weniger Erdgas liefern wird. Schließlich benötigt Gazprom die Einnahmen aus den lukrativen, langfristigen Verträgen mit Ländern wie Deutschland. Die sehr günstig bewertete Aktie des Weltmarktführers bleibt daher für mutige Anleger ein Kauf (Stopp: 4,70 Euro).

Artikel kommentieren:

Um einen Kommentar zu schreiben, müssen Sie eingeloggt sein.
Sie besitzen noch kein Login? Dann registrieren Sie sich kostenfrei.

  • Es sind noch keine Kommentare vorhanden.

Videos zum Thema:

Der Aktionär TV

Mehr zum Thema:

| Thorsten Küfner | 0 Kommentare

Gazprom: Diese Marken sind jetzt wichtig

Die russischen Aktien erholen sich allmählich wieder von den zum Teil dramatischen Kursverlusten im Zuge der erneut verschärften Sanktionen gegen Russland. Auch bei der Aktie von Gazprom ging es zuletzt wieder leicht nach oben. Diese charttechnischen Marken sind für eine weitere Erholung jetzt … mehr
| Thorsten Küfner | 0 Kommentare

Gazprom: WAS für eine Woche

Es gab in der Vergangenheit für die Anteilseigner des Rohstoffriesen Gazprom sicherlich weitaus erfreulichere Handelswochen als die abgelaufene. US-Präsident Donald Trump war hauptverantwortlich für die spektakulären Kursturbulenzen an der russischen Börse, die auch Gazprom erheblich … mehr
| Thorsten Küfner | 0 Kommentare

Gazprom: Ade Dividendenwachstum …

Lange wurde bei Gazprom auf kräftige Dividendenanhebungen spekuliert. Schließlich forderte die russische Regierung von allen halbstaatlichen Konzernen, die Ausschüttungsquote auf 50 Prozent zu erhöhen, was bei Gazprom eine Verdopplung der Dividende zur Folge gehabt hätte. Doch daraus wird nun … mehr