Gazprom
- Thorsten Küfner - Redakteur

Gazprom: Nur ein Tropfen auf den heißen Stein

Viele Investoren meiden derzeit den russischen Markt. Neben politischen Gründen hat dies auch wirtschaftliche, denn das Land befindet sich auf dem Weg in eine Rezession. Zudem machen der Wirtschaft die Sanktionen und der rasche Ölpreisverfall zu schaffen. Selbst für hochprofitable Unternehmen wie Gazprom ist es daher schwer, sich frisches Kapital zu besorgen. Nun ist dem weltgrößten Gasproduzenten zumindest ein Teilerfolg geglückt.
So wurde an der irischen Börse mithilfe von JPMorgan eine Anleihe im Volumen von 700 Millionen Dollar platziert. Wie die russische Nachrichtenagentur RIA Novosti berichtet, muss Gazprom hierfür stattliche 4,3 Prozent Zinsen zahlen.

Nur ein kleiner Schritt

Angesichts der Tatsache, dass Gazprom für den Bau einer Pipeline nach China sowie die Erschließung von Vorkommen in Sibirien in den kommenden Jahren einen hohen zweistelligen Milliardenbetrag investieren muss, sind derartige Transaktionen natürlich nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Für Gazprom wäre es enorm wichtig, dass sich die Refinanzierungsmöglichkeiten für russische Firmen deutlich verbessern – und vor allem verbilligen. Ohne eine nachhaltige politische Entspannung ist dies aber kaum möglich.

Mutige greifen zu

Trotz dieser Probleme erscheint der Abschlag der Gazprom-Aktie im Vergleich zu anderen Energieriesen wie Exxon, BP oder Royal Dutch Shell einfach überzogen. Schließlich beläuft sich das 2015er-KGV auf lediglich 3, das KBV auf gerade einmal 0,3 und die Dividendenrendite liegt bei stattlichen fünf Prozent. Mutige Anleger können daher zugreifen.

 

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