Gazprom
- Thorsten Küfner - Redakteur

Gazprom: Der nächste Versuch

Russland, Italien und Griechenland wollen das vor Jahren ausgesetzte Gasprojekt Poseidon zur Versorgung Südeuropas wieder aufgreifen. Italien und Griechenland hätten bereits zugestimmt, sagte der Chef des russischen Gasmonopolisten Gazprom, Alexej Miller, bei einem Treffen mit Präsident Wladimir Putin.

Der Agentur Interfax zufolge könnte russisches Gas damit künftig über Drittländer nach Griechenland und von dort weiter nach Italien geleitet werden. Mit der Poseidon-Leitung sollte ursprünglich aserbaidschanisches Gas über die Türkei und Griechenland nach Italien gepumpt werden. Das Projekt wurde gestoppt und stattdessen mit dem Bau der Trans-Adria-Pipeline (TAP) begonnen. Miller zufolge haben Gazprom sowie die Partner Edison (Italien) und DEPA (Griechenland) bereits in Rom eine Absichtserklärung unterzeichnet. Eine Machbarkeitsstudie für eine Leitung auf dem Grund des Schwarzen Meeres soll bis Jahresende vorliegen.

Ersatz für South Stream und Turkish Stream?
Das Projekt einer russisch-italienischen Pipeline (South Stream), die Südeuropa via Bulgarien mit Gas versorgen sollte, war Ende 2014 geplatzt. Das Nachfolgeprojekt Turkish Stream liegt auf Eis, nachdem die Türken im November an der Grenze zu Syrien einen russischen Kampfjet abgeschossen haben.

Große Chancen, aber auch hohe Risiken
Die Aktie von Gazprom ist mit einem KGV von 3, einem KBV von 0,3 und einer Dividendenrendite von mehr als fünf Prozent ein absolutes Schnäppchen . Wegen des schwierigen Marktumfeldes für Energietitel sowie der politischen Risiken bleiben die Papiere ausnahmslos für mutige Anleger geeignet.

(Mit Material von dpa-AFX)

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