Altria
- Werner Sperber - Redakteur

FM: Altria ist 10.000 Mal gewinnträchtiger als der S&P

Focus Money erklärt: Die erfolgreichste Aktie aus dem S&P 500 ist die von Altria; sie war von Anfang an und durchgehend in diesem am 1. März 1957 erstmals berechneten, weltweit wichtigsten Index enthalten. Da kann kein Internet-, Hochtechnologie- oder „Nächstes-großes-Ding“-Unternehmen mithalten; Altria machte die Anleger reicher als alle anderen Firmen. Wer zum Start des S&P 500 einen Dollar in diesen Index investiert hat, hätte bis zum 31. Dezember 2012 eine durchschnittlich Rendite von fast 10,1 Prozent pro anno erhalten beziehungsweise 191 Dollar als Gesamtwert. Wer diesen Dollar in die Aktie von Altria gesteckt hätte, würde heute einen Gegenwert von knapp 20.000 Dollar besitzen. Der Konzern erhöhte in den vergangenen 47 Jahren zudem 50 Mal die Quartals-Dividende. Die Rendite liegt bei 3,7 Prozent.

Zwischenzeitlich kaufte auch Altria zu und übernahm dabei zehn Firmen aus dem Ur-S&P-500. In den 1980er Jahren übernahm das Unternehmen Firmen aus der Lebensmittel-Branche, da sich die Klagen gegen das Tabak-Geschäft häuften. Altria besitzt unter anderem 27 Prozent am weltweit zweitgrößten Brauerei-Konzern SABMiller, der von der Nummer 1, AB Inbev, für rund 94 Milliarden Euro übernommen werden soll. Daran wird Altria gut verdienen. Im Jahr 2008 spaltete Altria das internationale Tabak-Geschäft in die Philip Morris International ab. Altria selbst behielt das US-Geschäft und deckt dort mit Marken wie „Marlboro“ gut die Hälfte des Marktes ab.

Jährlich sterben rund sechs Millionen Menschen durch das Rauchen. Seit Jahrzehnten befindet sich Altria in Rechtsstreitigkeiten. Familienmitglieder von verstorbenen Rauchern, Umweltschützer oder ganze Bundesstaaten fordern Schadensersatz in Millionen-, teilweise Milliardenhöhe – immer wieder werden diese Klagen zugelassen, immer wieder geht Altria in Revision. Hinzu kommen schärfere Rauchverbote, Werbeverbote, Warnhinweise und erhöhte Tabaksteuern. Die Zahl der Raucher in den USA nimmt zudem seit Jahren stetig ab. Weniger Raucher bedeuten indes nicht automatisch weniger Einnahmen, denn Altria spart und erhöht seit Jahren die Preise und damit die Umsätze. Seit dem Jahr 2010 stieg der Gewinn deshalb um mehr als 65 Prozent auf knapp fünf Milliarden Euro im vergangenen Jahr. Zudem scheint Altria seit dem Jahr 2014 auf die Tabakverbote eine Antwort zu haben – die sogenannte Elektro-Zigarette. Dort gibt es noch viel Wachstumspotenzial. Gleiches gilt für den Markt für Marihuana. Die getrocknete Blüte der Hanf-Pflanze ist gefragt und der Konsum wird in immer mehr US-Staaten erlaubt. Die Meldungen verdichten sich, Altria sei bereit für dieses Geschäft. Das Unternehmen hat genügend Geld, um den Markt zu beherrschen.

Seit einigen Monaten ist der Aktienkurs lediglich stabil. Doch die Übernahme von SABMiller steht kurz bevor und wird zu einem hohen Ertrag für Altria führen. Das KGV für das nächste Jahr liegt bei 20. Focus Money rät dazu, die aktuell gute Chance für den Einstieg mit einem Kursziel von 100,00 Euro und einer Absicherung bei 75,89 Euro zu nutzen.

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