Deutsche Bank
- Martin Mrowka - Redakteur

Fed deutet Ende der Zinserhöhungen an – Bank-Aktien unter Druck

Die US-Notenbank Federal Reserve hat wie erwartet die US-Leitzinsen um weitere 0,25 Prozentpunkte erhöht. Die jüngste Maßnahme der Fed ist bereits der achte Zinsschritt seit Ende 2015. Vier weitere dürften bis Ende 2019 noch folgen, deutete Fed-Präsident Jerome Powell am Mittwoch-Abend an. Für das Jahr 2020 ist noch eine Erhöhung avisiert. Dann werde wohl Schluss sein. Die Renditen festverzinslicher Anleihen rutschen daraufhin ab - und belasten die Kurse von Bank-Aktien. In Deutschland geben vor allem die Papiere von Deutsche Bank und Commerzbank nach.

Die meisten Ratsmitglieder rechnen damit, dass der Leitzins gegen Ende 2020 bei 3,25 bis 3,50 Prozent liegt und dieses Niveau bis 2021 gehalten wird. "Es hatte einige Spekulationen gegeben, dass die Fed die Prognosen für Zinserhöhungen in den kommenden Jahren aufgrund starker inländischer Wachstumsdaten und einer sich abzeichnenden Lohninflation anheben würde", sagte Lee Ferridge, Anlagestratege des US-Vermögensverwalters State Street. Das sei jedoch ausgeblieben. Es habe vielmehr den Anschein, als habe der eskalierende Handelskrieg und die damit verbundene Unsicherheit die Fed beeinflusst. Die längerfristigen Zinsen könnten nun sinken, so Ferridge.

Verzinsung von US-Staatsanleihen sinkt

Ähnlich sah es Michael Hewson vom Broker CMC Markets: "Die Fed hat gestern ein Ende des Zyklus der Zinserhöhungen stärker im Fokus gehabt als die Finanzmärkte ursprünglich erwartet hatten", sagte der Analyst. Am US-Anleihemarkt waren nach der Fed-Sitzung die Renditen unter Druck geraten. Die Verzinsung zehnjähriger Staatspapiere fiel vom Tageshoch bei 3,10 Prozent auf 3,04 Prozent. Fallende Renditen an den Kapitalmärkten können vor allem die Erträge der Geldhäuser im Geschäft mit festverzinsten Wertpapieren belasten. Zudem sinken die Margen im Kreditgeschäft.

Folgerichtig geben Bank-Aktien heute nach. Der Stoxx-Banken-Index rutscht am Donnerstag um gut ein Prozent ab und ist damit der größte Verlierer in der Branchentabelle. Vor allem die Kurse italienischer Banken rutschten ab. Sie gelten als besonders zinssensibel und büßten daher bis zu 3,7 Prozent (Ubi Banca) ein. Die sechs größten Kursverlierer im Leitindex FTSE-MIB waren Bankaktien.  

Schon an der Wall Street hatte die Zurückhaltung der Fed mit Blick auf einen steileren Zinspfad die Bankaktien belastet. Die Papiere der Citigroup, von Morgan Stanley, Goldman Sachs, JPMorgan, Bank of America und Wells Fargo waren zwischen ein und zwei Prozent gefallen. Am deutschen Markt gaben die Papiere der Deutschen Bank und der Commerzbank ebenfalls nach.

Commerzbank-Aktie spekulativ interessant

Die CoBank verliert im MDAX zeitweise rund drei Prozent auf 9,11 Euro, bevor sie sich wieder berappeln kann. Die Aktie von Deutschlands zweitgrößter Privatbank wurde zuletzt von Übernahmefantasie nach oben getragen. Diese ist zwar nach deutlichen Aussagen von Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing etwas abgekühlt. Doch früher oder später dürfte sie wieder aufflammen. Eine Analystin von RBC hatte als möglichen Übernahmepreis 13 Euro je Commerzbank-Aktie genannt. Das wäre vom aktuellen Kursniveau aus betrachtet ein Aufschlag von rund 40 Prozent.

Die Frankfurter befinden sich mitten in einer Umstrukturierung, die das Geschäft auf ein stabileres Fundament stellen wird. Dank der Fusionsfantasie konnte zuletzt ein seit Januar intakter Abwärtstrend überwunden werden. Wer die zu erwartenden hohen Kursschwankungen der Commerzbank-Aktie nicht scheut, legt sich nun ein paar Stücke ins Depot und spekuliert auf weitere Fusionsfantasie. Ein erneutes Abrutschen unter die 90-Tage-Linie ist nicht ausgeschlossen. DER AKTIONÄR rät, einen Stopp recht eng bei 8,50 Euro zu setzen. 

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