Deutsche Bank
- Florian Söllner - Leitender Redakteur

Erfolg für die Deutsche Bank: Größerer Hebel möglich!

Gute Neuigkeiten für die Deutsche Bank. Beim Ringen um strengere Regeln für Banken haben Europas Großinstitute einen Teilsieg erzielt. Bei der von der Branche zum Teil scharf kritisierten geplanten sogenannten Verschuldungsquote (Leverage Ratio) soll es zu weltweit einheitlichen Regeln und Vorschriften kommen, wie der Baseler Ausschuss für Bankenaufsicht, bei dem die Fäden für die neuen Vorgaben für die Finanzwelt zusammenlaufen, am Sonntag mitteilte.

Damit sollen die europäischen Banken keine Nachteile aus den verschiedenen Bilanzregeln für bestimmte Risikopositionen wie Derivate haben. Dies hätte vor allem die Deutsche Bank, die international zu den führenden Investmentbanken zählt, getroffen. Die Aufseher bekräftigten aber ihre Pläne, die Leverage Ratio ebenso wie neue Vorgaben für die Liquiditätssicherung in den kommenden Jahren einführen zu wollen.

Deutsche-Bank-Chef Jürgen Fitschen hatte immer wieder vor allem die geplante Verschuldungsquote kritisiert. Er warnt davor, dass sich Banken dann zum Beispiel bei abgesicherten Krediten an Exporteure oder bei Staatsanleihen zurückhalten könnten und stattdessen in risikoreichere Geschäfte investieren. Bisher müssen die Banken nur einen Teil ihrer Anlagen und Kredite mit Kapital unterlegen. Ab 2018 sollen auch drei Prozent der gesamten Bilanzsumme mit Eigenkapital abgesichert werden.

Da die Regeln in den USA die Verrechnung bestimmter Positionen erlaubt, sind die Bilanzsummen amerikanischer Banken per se geringer. Ohne die jetzt von dem Baseler Ausschuss vorgeschlagenen Änderungen hätten sie also weniger Kapital vorhalten müssen und damit einen Wettbewerbsvorteil gehabt.

US-GAAP lockerer

Da die US-Rechnungslegung das Netting von Derviatepositonen erlaubt, kommt die Deutsche Bank nach US-GAAP Reuters zufolge nur auf eine Bilanzsumme von 1,2 Billionen Euro wohingegen nach IFRS knapp zwei Billionen Euro ausgewiesen werden müssen. Entsprechend weist die Deutsche Bank nach bisherigen Regeln nur eine Leverage Ratio von 3,1 Prozent aus. Die Commerzbank kommt hingegen auf 4,1 Prozent, BNP Paribas auf 3,8 Prozent.

Mit der Regelung wäre es der Deutschen Bank möglich, wieder einen höheren Hebel auf das Eigenkapital einzusetzen. Die Chance auf steigende Gewinne nimmt zu, das Risiko jedoch auch. Derzeit darf sich die Deutsche Bank mit dem 33-fachen seines Eigenkapitals (57 Milliarden Euro) verschulden.

Spekulativ kaufen!

DER AKTIONÄR sieht gut Chancen, dass die Deutsche-Bank-Aktie endlich aus ihrem Seitwärtstrend nach oben ausbricht. Zumal der Titel im historischen und im Branchenvergleich sehr günstig bewertet ist. Für die Aktie besteht Luft bis 47 Euro. Der Stopp sollte bei 29 Euro gesetzt werden.

Mit Material von dpa-AFX.

Artikel kommentieren:

Um einen Kommentar zu schreiben, müssen Sie eingeloggt sein.
Sie besitzen noch kein Login? Dann registrieren Sie sich kostenfrei.

  • Es sind noch keine Kommentare vorhanden.

Videos zum Thema:

Der Aktionär TV

Mehr zum Thema:

| Martin Mrowka | 0 Kommentare

Commerzbank: Bahnt sich da etwas an?

Die Aktie der Commerzbank gehört heute zu den Tagesgewinnern im DAX. Grund ist eine Kaufempfehlung. Das Analysehaus RBC hat das Wertpapier unter anderem wegen der gestiegenen Wahrscheinlichkeit einer Übernahmeofferte durch die Deutsche Bank von „Sector Perform“ auf „Outperform“ hochgestuft. mehr
| Martin Mrowka | 0 Kommentare

Commerzbank: Neue Fusionsgerüchte pushen die Aktie

Es ist nur ein Strohhalm. Aber die nach News dürstenden Aktionäre nehmen ihn dankbar auf: In einem Interview mit der Nachrichtenagentur Bloomberg hat sich Josef Ackermann zu Wort gemeldet. Und darin machte der Ex-Deutsche-Bank-Chef Andeutungen zur europäischen Bankenlandschaft und zu einer … mehr
| Martin Mrowka | 0 Kommentare

Deutsche Bank: Die Ratten verlassen das sinkende Schiff

Während Deutschlands größte Bank mit ihrem Umbau kämpft, Abteilungen schließt, Personal abbaut und Kosten senkt, leidet auch ihr größter Aktionär. Der hoch verschuldete chinesische Mischkonzern HNA reduzierte bereits in den vergangenen Monaten seine Beteiligung an der Deutschen Bank. Nun steht er … mehr