Tesla
- Florian Söllner - Leitender Redakteur

Elon Musk verliert: Börsenrückzug von Tesla vom Tisch!

Selbst große Fans von Elon Musk zweifeln in diesen Stunden am illustren Elektroauto-Pionier. Wenige Tage nachdem Elon Musk („nicht bekifft“, wie er danach versicherte) den berühmtem „Funding secured“-Tweet absetze, der vom Plan der Privatisierung handelte, rudert er nun zurück. Jetzt gab der Tesla-Chef bekannt: „Ich glaube es ist der bessere Weg, dass Tesla an der Börse bleibt.“ Begründung: Viele große Anleger ziehen einen liquiden Handel der Aktie vor, zudem sei der Prozess, sich von der Börse zu verabschieden, komplexer als gedacht. Man müsse vielmehr „absolut fokussiert“ bleiben, das Model 3 im großen Maßstab zu produzieren und „profitabel zu werden.“

In einer ersten Reaktion verliert die Aktie im frühen europäischen Handel über drei Prozent. Die von Elon Musk bei einer Privatisierung in den Raum gestellten 420-Dollar-Angebotspreis rücken in weite Ferne. Elon Musk hat mit dieser Aktion viel Glaubwürdigkeit verloren. Jetzt konzentriert sich der Markt wieder auf das operative Geschäft. Spannend wird, ob Elon Musks Aussage, ab dem dritten Quartal Gewinne zu erzielen, besser durchdacht war und realisierbarer ist, als sein 420-Dollar-Privatisierungs-Tweet.

Offiziell ist bei Tesla weiterhin alles in Ordnung. Der Tesla-Verwaltungsrat hat Elon Musk das Vertrauen ausgesprochen: „Der Verwaltungsrat und das ganze Unternehmen konzentrieren sich darauf, den Erfolg des Unternehmens zu sichern, wir unterstützen Elon Musk voll und ganz dabei, das Unternehmen weiter in die Zukunft zu führen.“ Ein Mitglied des Boards ist etwa Bruder Kimbal Musk, weswegen laut Kritikern die Aufsicht von Elon Musk nicht mit der gehörigen Unabhängigkeit erfolgt.

Diese ist bei der SEC sicherlich mehr gegeben, welche sich dem Thema nach mehreren Anzeigen annehmen wird. Klar ist, dass Musk mit diesem Tweet, dessen Berechtigung nun zu klären ist, den Kurs bewegt hat. Große Frage: War die Finanzierung wirklich gesichert? War es nur ein Bluff?

Kurzfristig ist nun die Fantasie eines Übernahmepreises über dem aktuellen Kurs vorbei. Bewertet ist Tesla weiterhin extrem hoch – mit mehr als dem 10-fachen pro produziertem Auto als etablierte Hersteller. Elon Musk muss nun liefern. Harte Gewinne, keine Show auf Twitter.

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