- Andreas Deutsch - Redakteur

Egbert Prior: E-Mobility-Gewinner vor Sprung in den TecDAX

Er kennt die Börse aus dem Effeff. Die Rede ist von Egbert Prior. Der langjährige Herausgeber der Prior Börse analysiert für Sie seine Favoriten: deutsche Nebenwerte. Lesen Sie seine Analyse.

„Die Rede ist von Aumann. E-Mobility-Phantasie hat den Kurs im Oktober bis auf 92,90 Euro schießen lassen. Das war des Guten vielleicht zu viel. Mit aktuell 70,20 Euro bietet sich nun eine realistischere Einstiegsgelegenheit.

Ursache für die kalte Dusche waren enttäuschende Zahlen für das dritte Quartal. Aumann hatte mit Kapazitätsengpässen zu kämpfen. Im vierten Quartal lief es aber wieder wie geschmiert.

Für 2018 setzt sich der Vorstand ehrgeizige Ziele: Der Umsatz soll um mindestens 43 Prozent auf mehr als 300 Millionen klettern, das bereinigte EBIT um etwa die Hälfte auf 28 bis 31 Millionen.

2017 hatten die Ostwestfalen die Erlöse um 34 Prozent auf 210 Millionen gesteigert. Der Mittelständler Aumann sieht sich als weltweit führender Hersteller von Spulenwickelmaschinen für Elektromotoren und automatisierten Fertigungslinien mit Fokus auf Elektromobilität.

Zum Jahresende 2017 lag der Auftragsbestand mit 204 Millionen um 54 Prozent höher als im Vorjahr. Der Anteil, der die Elektromobilität betrifft, ist auf 35 Prozent geklettert. Die Ostwestfalen möchten organisch und anorganisch wachsen. Bei 56 Prozent Eigenkapitalquote betragen die liquiden Mittel 107 Millionen.

Unlängst spielte eine Kapitalerhöhung 80 Millionen ein. Im Oktober schluckte Aumann den Automatisierungsspezialisten USK. Der Autozulieferer, bei dem 2016 etwa 70 Millionen durch die Bücher gingen, hat sich auf Produktionslinien für Brennstoffzellen spezialisiert.

Aktueller Börsenwert knapp 1,1 Milliarden. Mehr als der dreifache Umsatz. Auf den ersten Blick erscheint das viel, die Bewertung wird jedoch durch das hohe Wachstum relativiert.

E-Mobility zählt zu den Megatrends. Der Markt steht noch ganz am Anfang. Dass das Elektroauto kommt, daran kann kein Zweifel bestehen. Wie wichtig dabei die Automatisierung für eine effiziente Produktion ist, zeigt das Beispiel Tesla. Bislang hat es Elon Musk nicht geschafft, auch nur annähernd ausreichende Stückzahlen von dem für den Massenmarkt konzipierten Model 3, zu produzieren. Aumann gilt als Anwärter für den TecDAX.

49 Prozent der Anteile liegen bei der Beteiligungsgesellschaft MBB. Egal, ob Batterie, Brennstoffzelle oder Hybrid, ob Tesla oder die etablierten Autohersteller die Nase vorn haben werden, Aumann hat immer die richtigen Karten. Die Wachstumsmöglichkeiten schier grenzenlos. Die Aktie dürfte davon profitieren.“

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